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Der BVDW hat in einer Studie festgestellt, dass nur noch 54% der befragten BVDW Mitglieder und Empfänger des BVDW Newsletters Social Media als relevant erachten. Für viele ist Social Media entweder kein Thema mehr oder bereits in den Alltag integriert. Gleichzeitig schreibt Mike Schnoor in seinem Artikel zu dieser Studie:

Zu viele Berater und Einzelkämpfer haben den Markt für Social Media durch ihre Ansätze einer “Facebook-Strategie” verwässert und sprichwörtlich verbrannte Erde hinterlassen“. 

BVDW Nachholebedarf

Basis N=127 Frage: „Wie schätzen Sie die Relevanz von digitalen Dienstleistungen bei den folgenden Bereichen ein?“ 6er -Skala von „sehr relevant“ bis „sehr irrelevant“;

Andererseits liest man im Content Manager viel Wissenswertes über eine Kanal- und Contentstrategie und welches Potential dahinter steckt. Ich habe aber einmal reflektiert, welche Arten von Social Media Marketing mir in den letzten Jahren so untergekommen sind und ich muss leider sagen, ich sehe das mittlerweile sehr viel nüchterner und ähnlich wie Mike Schnoor. Die im Content Manager aufgeführten Tipps für gutes Social Media werden meiner Meinung nach nur noch selten wirklich angewendet:

  • Offenheit: Einblicke ins Unternehmen, in die Produktion usw.
  • Gesprächsbereitschaft: Kunden und Fans können mit den Administratoren in einen Dialog treten.
  • Positive Erfahrungen: Referenzen, die zeigen, dass Kunden die Produkte und das Unternehmen schätzen.
  • Bestätigung: Den Kunden wird gezeigt, dass ihre Fragen und Wünsche ernst genommen werden.
  • Netzwerken: Gemeinsame Interessen mit den Fans werden entdeckt und dargestellt.
  • Aufgaben: Das Engagement der Fans wird genutzt, um Problemlösungen zu entwickeln.

Ich bin vielmehr zu der Auffassung gekommen, dass all das in vielen Unternehmen und Agenturen mittlerweile nur noch hohler Schein, denn Sein ist. Worum geht es denn, wenn man sich Social Media in Unternehmen anschaut? Es geht um Werbung und Vertrieb. Es geht um Gewinnspiele und darum, über Gutscheine und Rabattaktionen Kunden zu gewinnen. Während in den ersten Jahren der Social Media Welle genau diese Ziele zwar da waren, aber im Hintergrund gespielt wurden, nehmen viele Marken jetzt kein Blatt mehr vor den Mund.

Es geht schlichtweg nicht mehr darum, sich mit den Nutzern und Kunden auszutauschen, offen und authentisch zu sein, ihre Bedürfnisse zu erfahren und als Problemlöser bereit zu stehen. Es geht um Reichweite, um Traffic und um Sichtbarkeit. Also im Grunde genommen fast nur noch um Social SEO. Das „Social“ ist dabei irgendwo auf der Strecke geblieben. Der Nutzer ist meist nur noch Mittel zum Zweck. Und wenn sich dann doch mal Nutzer zu Communities zusammenschließen, um einer Marke zu huldigen, dann kann es wie im Falle IKEA passieren, dass sie genau für diese Markentreue abgestraft werden.

Prangere ich das an? Ja, vor allem dann, wenn man so tut, als ob es anders wäre.

Vielleicht bin ich im Laufe der Zeit – ich bewege mich jetzt seit 2006 von Berufs wegen im Social Web – etwas desillusionierter geworden. Vor allem wenn man sieht, wie wirklich gute Social Media Strategien zerrissen und zerpflückt werden und letzten Endes nur in der Schublade landen. Kaum einer hat noch Zeit, auf die Erfolge zu warten. Alles muss am besten sofort passieren. Wenn wir noch keine Fanbase haben, kaufen wir uns eine. Wenn wir keine Interaktionen haben, machen wir paar Gewinnspiele. Cat Content funktioniert immer noch gut, also bleiben wir beim Schema F….und…und…und.

Okay, es gibt zum Glück noch Ausnahmen, über die ich gern auch auf Sputnika in meiner Social Media Kolumne und auch hier berichte. Aber große Marken, die oft ihre Social Media Kanäle von Agenturen betreuen lassen, haben sich längst auf den Weg des geringsten Widerstandes eingelassen und der heißt nun einmal nicht Authentizität, Dialog und Augenhöhe, sonder der heißt Push und Advertisement.

Sehr ihr das anders?