Alle Jahre wieder, meist zum Jahreswechsel, passt Facebook seine AGB an und damit auch seine Datenverwendungsrichtlinien. Und alle Jahre wieder ist die Aufregung gross und es geistern wilde Widerspruchsbilder als Kettenpost durch die Timeline. Natürlich melden sich auch Anwälte zu Wort, die die Rechtmäßigkeit nach deutschem Recht zu Recht in Frage stellen. Aber mal ehrlich: wer das eine will, muss das andere mögen.

Wenn ich bei amazon bestelle und mich registriere, stimme ich genauso den AGB und den Datenverwendungsrichtlinien zu. Hat sich jemand schon mal diese bei amazon angeschaut und durchgelesen? Die sind auch nicht von schlechten Eltern. Wenn ich bei Dropbox einen Account anlege und den kostenlosen Speicher nutze, muss ich vorher auch den AGB zustimmen. Das ist überall so, denn AGB dienen in jedem Fall der beiderseitigen rechtlichen Absicherung und sind Grundlage jedes Rechtsgeschäftes.

Facebook ändert nun gern mal die rechtlichen Grundlagen, bzw. passt diese an. Das hat es in der Vergangenheit auch schon mehrfach getan und früher ohne, dass die Nutzer davon so ausführlich in Kenntnis gesetzt wurden. Facebook hat also dazugelernt. Nun sind diese Änderungen nicht dramatisch in meinen Augen, sondern eher marginal. Dass Facebook mit meinen Daten arbeitet, ist mir schon lange klar. Dass es sie immer besser auswerten und damit die Aussteuerung von Werbeanzeigen immer effektiver gestalten kann, zugegegeben. Begeistert bin ich davon nicht, aber dagegen machen kann ich auch nichts, solange ich Facebook weiterhin kostenfrei nutze. Und das ist auch genau der Punkt und die Wahl, die jeder Nutzer hat und die Facebook auch jedem Nutzer einräumt.

Man kann ja auch gehen. Es ist jedem seine eigene persönliche Entscheidung: In or Out

Viele fordern ein OptIn für die Zustimmung der AGB. Wie naiv muss man sein, um so etwas zu fordern. Facebook hat 1,3Mrd Nutzer in zig Staaten weltweit mit zig verschiedenen Rechtsvorschriften. Ihr glaubt doch nicht wirklich, dass Facebook seine AGB den jeweiligen Landesvorschriften anpasst und Änderungen individuell nach Landesrecht gestaltet?

Und wer noch dazu diese wieder aufgewärmten Kettenposts weiterteilt, hat die Welt mindestens ebenso nicht verstanden. Ich füge ein Bild hier mal lieber nicht ein, denn man weiß nie, ob hier wieder eine Urheberrechtsfalle zuschlägt ;-) Ja man muss schon ein wenig darauf achten, was man in diese Online Welt setzt.

Das gilt sowieso und insbesondere für Facebook. Jede Änderung der AGB sollte Anlass für jeden sein, seine Privatsphäreeinstellungen einmal zu prüfen. Denn auch hier kann sich schon einmal ein Häkchen lösen oder eine Bedingung verändern. Zumindest ist das zuletzt beim Update des WhatsApp Messengers passiert.

Fazit

Mir gefällt auch nicht, was Facebook da treibt. Aber ich habe mich für die Nutzung des Dienstes entschieden, allerdings ohne Nutzung der mobilen Apps. Denn diese wollten mir doch einen Tic, zuviel Daten von mir.
Meine Entscheidung bezieht die Akzeptanz der Datennutzung durch Facebook mit ein. Aber in dem Wissen darum, was Facebook mit meinen Daten macht, habe ich mir ganz einfache Regeln selbst auferlegt:

1. Keine Bilder von meiner Familie
2. Keine Angabe von Wohnort oder Tel.Nr.
3. Keine Infos über mein Privatleben, außer Cat Content
4. Keine Angabe von Interessen oder Hobbys
5. Folgen von Seiten, nur soweit notwendig
6. Kein Zulassen von irgendwelchen Apps in Facebook

Und damit fahre ich ganz gut. Alles andere kann man eh kaum oder nicht beeinflussen (Standortlokalisierung, Bewegungsprofil im Netz via Like-Button….)

Facebook ändert die AGB und die Aufregung ist gross

Jan Pötzscher


Speaker, Blogger, Dozent / Social Media Nerd seit 2006 / Experte für Online Marketing, SEO und Social PR


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