Viele Unternehmen haben ein großes Problem: sie haben viel zu erzählen, aber niemand erzählt es weiter. Sie bemühen sich redlich, zu kommunizieren und ihre News unter die Leute zu bekommen, ernten dafür aber weder Interaktionen noch Aufmerksamkeit. Wichtige Fragen, die dabei oft unbeachtet bleiben, sind:

  • Erreiche ich mit meinen Informationen die richtigen Leute?
  • Erreiche ich auch diejenigen, die sich dafür interessieren?
  • Erreiche ich die Nutzer, die solche Informationen aufnehmen und auch weitertragen?
  • Also kurzum: erreiche ich nicht nur irgendwen, sondern erreiche ich auch Influencer?

Was sind Influencer?

Wer kennt nicht den Begriff der “Influenza”, den man mindestens einmal im Leben schon auf dem Krankenschein stehen hatte? Die echte Grippe, oder auch Virusgrippe ist ansteckend und der Influenza-Virus kann sich über viele verschiedene Wege weiterverbreiten. Daher stammt auch der Terminus des “Influencers”, obwohl der nichts Gefährliches an sich hat. Im queo-Blog habe ich bereits vor einiger Zeit schon einmal etwas über Influencer geschrieben.

Auf Deutsch: Der Beeinflusser
Er hat in der Regel einen großen Zuhörerkreis (resp. Leser) und produziert sich auch gern.
Meist verbindet man damit Blogger, Stars und Sterchen und auch Fachexperten. Sie sind sehr stark im social web vernetzt und von ihnen ausgesandte Botschaften erreichen schnell einen großen Kreis von weiteren Nutzern. Das Seeding-Potential ist hierbei also extrem groß.

Influencer sind also diejenigen Nutzer, welche Nachrichten weiterverbreiten und sie sind damit extrem wichtig für Unternehmen, die mit ihren Informationen eine große Anzahl von Empfängern erreichen wollen. Dabei ist die Loyalität zur Marke nicht sonderlich groß. Der Influencer ist vielmehr auf die eigene Reputation bedacht Dabei steigt aber auch der Wert einer solchen Information, wenn sie von einem Influencer weitergeleitet wird.

Im Gegensatz dazu der Brand Advocate

Auch hier wieder die Definition, die ich bereits einmal formuliert habe.

Auf Deutsch: Der Markenbotschafter
Er ist genau dass, was seine Bezeichnung vermuten lässt, nämlich ein überzeugter Fan und loyaler Kunde der Marke. 

Während also der Influencer auf ein großes Netzwerk baut und Informationen, sofern er sie denn für wertvoll erachtet, weiter verbreitet, trumpft der Brand Advocate mit Markentreue auf. Die eigene Reputation ist ihm weniger wichtig. Er fühlt sich emotional mit der Marke verbunden.

Im Übrigen kann hier auf die sehr schöne grafische Darstellung von zuberance verweisen.

influencers vs brandadvocates
Quelle: Quelle: https://blog.zuberance.com/

Wie erreiche ich nun diese Multiplikatoren?

Auf gar keinen Fall über Nacht. Es braucht Zeit und ein gutes Monitoring-Tool (BIG Screen, brandwatch…..), bzw. kundige Mitarbeiter, die wissen, in welchen Foren und Blogs Barthel den Most holt. Und dann braucht es persönliche Beziehungspflege, Networking. So kann man nach und nach eine Beziehung und vor allem Vertrauen zu den Nutzern aufbauen. Foren sind hier meiner Meinung nach besonders wertvoll, da sich hier zumeist wirklich fachlich ausgetauscht wird. Je nach Branche und Thema gibt es eigentlich für jedes Gebiet mindestens ein Forum. Als Beispiel sei hier das Photovoltaik-Forum, wo sich beispielsweise Unterstützer und Botschafter für das Thema Solarenergie finden lassen.

Dann muss man natürlich noch etwas recherchieren, denn nur weil ein Nutzer dort sehr viel zur Marke und zu den Produkten schreibt, heißt das noch lange nicht, dass er auch generell im Netz gut vertreten ist. Ich habe auch schon erfahren, dass die Mitarbeiter diese Promotoren kennen und schon persönlich Kontakt zu ihnen hatten. Das macht es natürlich etwas einfacher.

Und dann heißt es, die Beziehung wie in einer guten Ehe zu pflegen. Kleine Geschenke erhalten nicht nur die Freundschaft, sondern schaffen immer wieder kleine Anreize zu Interaktionen. Damit meine ich keine Geldgeschenke, sondern Informationen exklusiver Natur. Weder der Influencer noch der Brand Advocate mögen kalten Kaffee, sondern wollen gern an den Bohnen schnuppern, bevor sie in die Mühle kommen. Das bedeutet, dass man (soweit möglich) hin und wieder Informationen vor der Veröffentlichung diesem speziellen Nutzerkreis zugänglich macht. Auch Werksführungen, Produkttests oder die Geburtstagskarte helfen, die Beziehung zu stärken. In jedem Fall darf es niemals in Werbung/Vertrieb ausarten und ist daher in diesen Abteilungen auch komplett falsch aufgehoben.

Bei beiden Zielgruppen geht es um ein hohes Maß an Fachlichkeit, weshalb hier bspw. die Produktmanager oder sogar die Chefetage gefordert sind. Damit sieht man auch schon – Social Media ist nichts mehr allein für die PR und Unternehmenskommunikation, sondern zieht sich durch das gesamte Unternehmen.

Fazit

Für die Reichweite brauche ich die Influence, für die Reputation und das Image sind die Brand Advocates wichtig. Je nach Zielstellung muss ich mich als Unternehmen also um die eine oder die andere Zielgruppe kümmern und das muss auf einer absolut persönlichen Ebene geschehen.

Das waren meine 5ct zur Blogparade von monitoringmatcher “Wie finde ich den Influencer”

Wie finde ich Influencer und wie wichtig sind sie für mich als Unternehmen?

Jan Pötzscher


Speaker, Blogger, Dozent / Social Media Nerd seit 2006 / Experte für Online Marketing, SEO und Social PR


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3 Gedanken zu „Wie finde ich Influencer und wie wichtig sind sie für mich als Unternehmen?

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