Pöbel, Pack, Arschlöcher, Idioten, Asylkritiker….ich kanns nicht mehr hören!

Liebe Netzgemeinde – haben wir denn in den letzten Jahren nichts gelernt? Haben wir nicht erfahren, dass Anfeindungen immer nur weitere Anfeindungen zur Folge haben? Haben wir nicht erkannt, dass konstruktive Diskussionen und zielführende Kritik nur dann möglich sind, wenn man sich auf einem einigermaßen respektvollen Niveau bewegt? Gleiches mit Gleichem zu vergelten war noch nie besonders clever, das hat die Geschichte unzählige Male gezeigt. Den Kopf in den Sand stecken und darauf hoffen, dass der Sturm vorüber zieht, aber auch nicht. 

Die Newsfeeds, Videostreams und Diskussionsplattformen sind heutzutage voll von verbalem Unrat. Es geht schon so weit, dass bei Videos ein Warnhinweis mit gepostet wird, es nicht laut in öffentlichen Verkehrsmitteln oder in der Nähe von Kindern abzuspielen. Man will gar nicht mehr reinschauen in sein Facebook, sein Twitter und sein YouTube. Öffentliche Medien will man aber auch nicht mehr konsumieren, weil die Kraftausdrücke ja auch von eigentlich respektablen Persönlichkeiten kommen. Promis und solche, die es werden wollen, bedienen sich auch frei Haus aus dem Gossen-Vokabular.

Und was bringt es, wenn man seinen Frust ablädt? NICHTS! Rein gar nichts, außer wieder Gossen-Slang, der einem entgegenschwappt.

Ich bin es leid.

Und Firmen, die trotz jahrelanger Social Media Erfahrung immer noch nicht gelernt haben, gut mit Krisensituationen umzugehen und ihre Kommentareseiten von rechtswidrigem Inhalt frei zu halten, bin ich ebenfalls leid.

Lidl, Mopo & Co. bitte tut mir einen Gefallen und geht Offline. geht in Euch und geht erst dann wieder live, wenn ihr verstanden habt, wie das Web funktioniert und wie man gutes Krisenmanagement macht.

Danke SZ-Online endlich mal wieder einen richtig guten Artikel zu genau dem Thema! >> Pack und Pöbel

Natürlich muss man Flagge zeigen.

Nur das “Wie” ist entscheidend. Rhetorisch herausragende Reden der Politik gab es dazu in den letzten Tagen keine Einzige. Nur weitere verbale Attacken mit NULL Erfolg. Wenn ich jemanden ein Arschloch nenne, brauche ich mich nicht wundern, wenn seine Reaktion mindestens genauso heftig ausfällt.

Lügen vs. Fakten

Fakten sind nun entscheidend und diese möglichst objektiv. Alexander Hesse hat dazu gestern die Infos aus dem Stadtrat Heidenau auf seiner privaten Facebook-Seite  gepostet. Richtig so!

Ich informiere über bunte-nachbarschaft.de über die Geschehnisse direkt vor meiner Haustüre und versuche das möglichst wertfrei zu halten. Denn eines haben die letzten Monate gezeigt: Falschinformationen, Übertreibungen, Verschwörungstheorien und Lügen gibt es im Netz mittlerweile zu hauf. Es ist schwer, sich seine eigene unvoreingenommene Meinung zu bilden, wenn man es denn möchte. Jede Seite verbiegt die Informationen zu ihren Gunsten so gut es geht. Da ist das redaktionelle Medium nicht viel besser als die Mundpropaganda im Netz.

Eine Rückbesinnung auf das Menschliche in uns würde uns allen gut tun. Und das meine ich nicht nur in Bezug auf die Asylpolitik, sondern generell im Umgang miteinander. Politik, Unternehmen, Promis und Meinungsführer sind dabei in der Pflicht, das zuerst vorzuleben, um andere zur Nachahmung zu animieren.

Klingt naiv und idealistisch, ich weiß. Man wird ja noch träumen dürfen!

Aber es gibt auch Lichtblicke

Denn in der Blogosphäre gibt es viele, die ebenso wie ich versuchen, zu berichten, statt zu manipulieren.  Diese finden sich nun so nach und nach im Netzwerk Blogger für Flüchtlinge zusammen.

 

Ich bin es leid!

Jan Pötzscher


Speaker, Blogger, Dozent / Social Media Nerd seit 2006 / Experte für Online Marketing, SEO und Social PR


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Ein Gedanke zu „Ich bin es leid!

  1. Aber mit großer Wortakrobatik kommst du doch bei den besorgten Bürgern gar nicht an. Pack haben sie wenigstens verstanden. Dass es nicht sonderlich clever ist, diejenigen zu beleidigen, die man eigentlich von etwas überzeugen will, steht auf nem anderen Blatt.

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