Mal ehrlich, wen hat die Ankündigung von Mark Zuckerberg wirklich überrascht, dass die inhaltliche Ausrichtung des Newsfeed wieder einmal geändert werden wird? Medien, Unternehmen und redaktionelle Inhalte sollen zukünftiger weniger zu sehen sein, dafür wieder mehr von meinen Freunden. Yeah!

Zuckerberg liege das “Wohlbefinden” seiner Nutzer am Herzen, was dann steigt, wenn sie bedeutsamere soziale Beziehungen haben und pflegen können, so schreiben die Medien.

BULLSHIT! 

Natürlich geht es um die Kohle. Es geht um Geld, Penunze, Money und Geriebenes. Das Ziel der Aktion, die sich im Laufe des letztes Jahres aufgrund permanent schwindender Reichweiten für Corporate Content im Facebook-Newsfeed angedeutet hat, ist: Mehr Geld zu verdienen.

Denn wenn ein Unternehmen nun auf Facebook sichtbar sein möchte, muss es eben Euros und Dollars in die Hand nehmen, um sich über Anzeigen Gehör, respektive Aufmerksamkeit zu verschaffen.

Dass Facebook ein “soziales” Netzwerk ist, glaubt doch tatsächlich niemand mehr ernsthaft. Facebook ist eine unglaublich effizient arbeitende und wahnsinnig stark vernetzte Marketing-Datensammel- und Datenverwertungsmaschine. Sie funktioniert richtig gut, hat aber rein gar nichts mit dem Gemeinwohl ihrer privaten Nutzer zu tun.

Ich bin daher ganz bei Sascha Pallenberg, der dieses Update folgendermaßen bewertet hat:

Die Abhängigkeit von sozialen Netzwerken und der Auswirkung

Ich und viele andere haben es immer wieder proklamiert, zuletzt im Podcast mit Chris Kloss zu “Blogger in Dresden“: Es ist gefährlich, sich zu sehr in eine kommunikative Abhängigkeit zu einem Social Network zu begeben. Denn es ist nun einmal nicht “my Home”, sonderen deren Spielwiese, und wenn die den Takt der Musik ändern, müssen wir mittanzen. Die Gefahr ist latent, dass man von heute auf morgen Reichweite, Sichtbarkeit und Interaktionen verliert und rein gar nichts dagegen tun kann (außer mehr Geld zu bezahlen.

Daher muss eine Content Strategie IMMER auf einem soliden Own Media/Own Content Fundament aufbauen, sei es ein Blog, ein Shop, eine Website oder sonst ein digitales Medien, was vollständig in meiner eignen Hand liegt.

Natürlich sind die Aufwände, solch ein Portal aufzubauen, zu betreiben, zu vernetzen und zu pflegen, deutlich höher, als wenn ich einfach einen Facebook- oder Instagram-Account eröffne. Aber wenn ich das akribisch tue, dann trifft mich der Verlust von Traffic bei weitem nicht so hart, als wenn ich jegliche Kommunikation auf ein einziges sozialen Netzwerk, wie bspw. Facebook, konzentriert hätte. Facebook wollte ja vor nicht allzu langer Zeit sogar der Content-Hub für Medien und Unternehmen insgesamt werden.

Clever der war, der nicht gefolgt ist der dunklen Seite der Macht

Also liebe Content Strategen, Social Media Manager und Marketing-Pros, die ihr in der Vergangenheit alles richtig gemacht habt: Klopft euch auf die Schulter und lächelt hoheitsvoll, wenn euch jemand auf diesen Kurswechsel von Facebook anspricht. Diversifikation ist nicht nur im Finanzgeschäft eine goldene Regel, sondern auch im Social Media Business.

Ein Facebook mit faulem Geschmack

Ja, ich nutze Facebook, auch wenn ich kein Freund davon bin, wie ich oftmals schon zum Ausdruck gebracht. Auch der permanente Hinweis, dass ich doch bitte die App installieren solle, wenn ich mich auf der mobilen Website von Facebook bewege, trägt nicht dazu bei, meine Sympathien ggü. diesem Netzwerk zu verbessern. Sei es drum, es ist Mittel zum Zweck, ist für mich Austausch, Traffic-Bringer und Newsportal in einem. Was es tatsächlich immer schwerer macht, Facebook zu nutzen, ist die fortschreitende Bevormundung der Nutzer durch die Algorithmen des Facebook-EdgeRank. Gefühlt wird das Sichtfeld der mir angebotenen Informationen immer kleiner. Die Bandbreite an angezeigten Inhalten schwindet zusehends.

Die Möglichkeiten des Retargeting auf Basis von Cookies wird immer aggressiver ausgenutzt. Ein Beispiel: Gestern habe ich mir mal angeschaut, welche Features und Optionen denn der neue Volvo XC 60 so bietet. Nach Nutzung des Konfigurators wird mir wenige Minuten später auf Facebook Werbung zum Volvo XC60 angezeigt. Dieses Stalking wird zusehends aggressiver. Der Effekt ist m.E. eher konträr zu sehen – mich persönlich widert das an und hinterlässt sowohl in Bezug auf Facebook als auch auf Volvo einen faulen Beigeschmack.

Facebook und die Gefahr von Abhängigkeiten

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