Ich predige schon länger den Perspektivwechsel beim Personal Recruiting und bin nicht erst seit gestern ein Verfechter einer separaten Karriereseite, die dem Suchenden alle nötigen Informationen schnell und umfassend bietet. Doch wie es immer so ist – die Personalmühlen mahlen langsam.

Wenn man dann, wie ich, die Perspektive aktiv wechselt und sich auf die Seite des Suchenden begibt, dann wird man immer wieder mit der Nase drauf gestoßen, warum man als Consultant genau dieses Umdenken in den Unternehmen bewirken will. 

Es ist fürchterlich, mit welcher Kreativ- Gedanken- und Lieblosigkeit viele Firmen ihre Stellenofferten präsentieren.

Der Weg in den Karriere-Bereich

Hier geht es oftmals schon los und man steht vor dem schier unüberwindlichen Hindernis, die Eintrittsmöglichkeiten zu finden. Der Karriere-Bereich verbirgt sich oftmals hinter „Über uns“ oder „Unternehmen“. Schlimmer wird es, wenn er im „Kontakt“-Bereich verankert ist. Wer bitte soll denn dahin finden?? Wenn dann noch die Suchfunktion nur dem Namen nach eine ist, nicht aber in ihrer Wirkung, dann wird es schlichtweg unmöglich, zum Ziel zu kommen.

Online Bewerbung

Wenn ich dann mein Ziel, also eine vakante Stelle, gefunden habe, geht der Tanz weiter. Online Bewerbung, per Mail oder postalisch. Glücklicherweise erwarten viele Unternehmen eine Bewerbung per Mail, was ich immer noch für am sinnvollsten erachte. Manchmal kommt es aber auch vor, dass man auf ein antiquiert wirkendes Bewerbungsformular gelenkt wird, mit dem dezenten Hinweis, dass die Bearbeitung etwa 20-30min in Anspruch nimmt und keine Zwischenspeicherung erfolgt. Wohl dem, der keinen Servertimeout provoziert!

Jetzt hat man die Qual der Wahl – Anschreiben hochladen oder in das Formularfeld eintragen? Oder beides? Wenn man länger im Berufsleben steckt, hat man auch meist mehr als nur ein Arbeitszeugnis vorzuweisen. Was aber, wenn man nur eins hochladen kann? Obwohl der Lebenslauf Pflicht ist und alle Daten enthält, müssen nun noch alle Berufsstationen manuell eingepflegt werden. Wozu? Dann kann ich mir den Lebenslauf ja auch schenken?

Hier glänzen vor allem die Personaldienstleiser nicht gerade mit Innovationsfreude, muss man leider konstatieren!

Customer Experience Management

Ja, da ist es wieder, dieses böse böse Buzzword :-) Doch mal ehrlich: man darf wohl 1-2 Tage nach Absenden der Bewerbung zumindest eine Eingangsbestätigung erwarten, oder? Von wem die kommt, ist mir gleich, wobei einem eine antwortende Personalchefin irgendwie ein besseres Gefühl vermittelt als die Praktikantin am Empfang, die i.A. antwortet.

Allerdings hält sich die Negativerfahrung hier zumindest in Grenzen.

Insgesamt bin ich der Meinung, dass die Personalabteilung nicht nur mit Personalprofis personell aufrüsten sollten, sondern auch mit Social Media und Kommunikationsprofis!

Die armen Bewerber – wie Unternehmen alles daran setzen, keine Bewerbungen zu erhalten

Jan Pötzscher


Speaker, Blogger, Dozent / Social Media Nerd seit 2006 / Experte für Online Marketing, SEO und Social PR


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2 Gedanken zu „Die armen Bewerber – wie Unternehmen alles daran setzen, keine Bewerbungen zu erhalten

  1. Das Schreiben von Bewerbungen wird tatsächlich zunehmend zur Qual. Wenn formelle Richtigkeit wichtiger ist als der Inhalt läuft bereits irgendwas gewaltigst schief. Persönlich wäre ich für Online Profile für Bewerber auf welche man bei der Jobsuche verlinken kann. Diese können zentral aktuell gehalten werden und der Personaler bekommt die Informationen einheitlich und übersichtlich präsentiert.
    Wenn man einmal eine gute Bewerbung fertig hat, ist das verändern für andere Stellen kein großes Problem mehr, aber bis dahin hat man fast ein kleines Studium zurückgelegt. Früher hielt ich es für unnötig, aber seit ich es selbst mit https://www.deinebewerbung.de/ ausprobiert habe, halte ich einen professionellen Bewerbungsservice durchaus für Gerechtfertigt. Man spart sich eine Menge Zeit, kann vom Lerneffekt profitieren und hat vorallem eine geeignete Vorlage als Grundlage für weitere Bewerbungen.

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