Content Marketing ist Buzzword, Marketingsprech und eine von vielen Säuen, die durch die Dörfer getrieben wird, wie es auch bei Social Media mal der Fall war. Aber Content Marketing ist auch essentiell für alle Marketeers  und Unternehmenskommunikatoren. Jetzt genau in diesem Moment ist Content Marketing das Thema einer Blogparade von Robert Weller und das Thema meines persönlichen Beitrages dafür.

Nun bin ich kein Theoretiker und auch niemand, der sich mit pseudowissenschaftlichen Spielchen aufhält. Ich bin Praktiker. Für mich muss alles greifbar, fassbar und umsetzbar sein. Endlose Stunden an einer Marketingstrategie zu verbringen ist nicht mein Ding. Nach einigen Jahren in der Agenturbranche weiß ich aber, dass das genau das den Wert einer Leistung für den Kunden ausmacht. Denn je wissenschaftlicher und komplexer eine Sache klingt, desto besser lässt sie sich verkaufen. So doch nun genug der Häme, zurück zum Kern der Sache: Content + Marketing = Content Marketing.

Content: Content bedeutet nichts anderes als Informationsinhalt. Damit ist Content also Inhalt, der mit Informationen gefüllt ist.

Marketing: Marketing ist die Vermarktung von Produkten und Dienstleistungen, manchmal auch die Vermarktung von Informationen und Inhalten. Daher ist Content Marketing irgendwie doppelt gemoppelt. Aber gut, sei es drum. Das wesentliche ist doch, dass grundsätzlich darum geht, etwas zu vermarkten.

Beim Vermarkten geht es in erster Linie darum, aus einem vollkommen unbekannten Nutzer erst einen bekannten Nutzer, dann einen Interessenten und schlussendlich einen Kontakt oder gar einen Käufer zu machen. Das kann man auf viele verschiedene Arten machen. Alle zielen aber darauf ab, die Aufmerksamkeit des Nutzers zu erregen (Attention), dann sein Interesse zu wecken (Interest), später sein Verlangen zu schüren (Desire) und ihn zu guter Letzt zu einer Handlung (Action) zu bewegen. Der geneigte Leser erkennt hier das AIDA-Modell.

Während die Vermarkter das auf eher direkte Art und Weise  mit Anzeigenschaltungen versuchen (Push), gehen die PRler eher den subtileren Weg über Inhalte (Pull). Die einen versuchen es mit viel bling bling und einprägsamen Phrasen, die anderen mit Mehrwert und Informationen. Aber alle versuchen sie, den Menschen zum Kontakt zu konvertieren. Und in allen Fällen werden Inhalte erzeugt, veröffentlicht, verbreitet und gestreut. Sie werden dort platziert, wo die Zielgruppe sich vermutlich am ehesten aufhält und am ehesten dafür empfänglich ist (Touchpoints). Sie werden auf die Art ans das Publikum gebracht, die am ehesten dafür geeignet erscheint (emotional, nüchtern, als Geschichte, als Video….). Daher ist alles, was eine Unternehmen macht, auf Inhalte ausgerichtet. Und damit ist Content Marketing kein Bestandteil von irgendetwas, Content Marketing ist für mich das große Ganze.

 Unternehmensziele sind auf Kommunikation aufgebaut. Kommunikation bedeutet Content. Wenn ein Unternehmen nicht mehr kommuniziert, ist es tot!

Ich bin der Auffassung, dass Content Marketing der übergeordnete Begriff (die Meta-Ebene) für alles ist, was im Unternehmen dazu dient, Umsatz zu generieren. Denn wenn ich etwas verkaufen will, muss ich Inhalte produzieren, um den Verkauf anzuregen, ihn zu begleiten, zu unterstützen und ihn nachzuhalten. Das strategische Content Marketing (um noch ein weiteres Buzzword mit zu bringen) ist der Transformator, der die Ziele des Unternehmens in Handlungsempfehlungen und Anweisungen für die einzelnen Teilbereiche Marketing, PR, Social Media, aber auch interne Unternehmenskommunikation, Vertrieb und Service/Support umwandelt. Und mit Anweisungen meine ich Botschaften und Aussagen, die überall enthalten sein müssen.

Ganz gleich, ob ich einen Blogpost im Corporate Blog schreibe, eine Anzeige auf Twitter schalte, eine E-Mail an einen Kunden schicke, ein Angebot für einen Interessenten erstelle oder den Flyer für einen Messeauftritt gestalte, die Botschaften und Aussagen müssen in allen Fällen übereinstimmen. In jedem Webinar, in jedem Telefonat, in jeder Pressemitteilung steckt die Botschaft des Unternehmens. SEO, SEA, Social PR – alle haben sich dem Content verschrieben und werden über das Content Marketing gesteuert.

Content Marketing ist die Übersetzung der Corporate Identity des Unternehmens auf alle Teilbereiche.

Sicherlich sehen das viele anders und trennen vor allem auch Anzeigen von Social und Vertrieb von Marketing. Das mag praktisch gesehen auch so sein. Die Botschaften müssen jedoch überall die gleichen sein, ganz gleich, in welches Gewand sie gekleidet sind. Und damit ist für mich Content Marketing die Macht, die alles zusammenhält – mal etwas pathetisch gesprochen 🙂

 

 

Content Marketing ist Meta-Disziplin, denn wenn ein Unternehmen nicht mehr kommuniziert, ist es tot!

Jan Pötzscher


Speaker, Blogger, Dozent / Social Media Nerd seit 2006 / Experte für Online Marketing, SEO und Social PR


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4 Gedanken zu „Content Marketing ist Meta-Disziplin, denn wenn ein Unternehmen nicht mehr kommuniziert, ist es tot!

  1. Hallo Jan, danke für deinen Beitrag zur Blogparade! Eine kleine Ergänzung hätte ich noch, wenn wir schon über das AIDA-Modell sprechen: Die Satisfaction – egal ob erst nach, oder schon vor dem Kauf. Auch sie ist meiner Ansicht nach Teil des Content Marketings.
    Denn nach dem Kauf ist vor dem Kauf, und Kunden zu halten ist wie wir wissen günstiger als neue zu akquirieren. Da sind wir beim Thema Retention und dem “Delight”-Prozess, um den Bogen zum Inbound Marketing zu spannen.

    Spannendes Thema, gerne weiter in der Diskussion! 😉

  2. Ein komplexes Thema 🙂 Wichtig ist, dass man das auch in der Praxis umsetzen kann – schon das Bewusstsein, dass ein Produkt besonders ist und dass das verbreitet werden muss, fehlt manchen Menschen 🙁

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