Social Media - Überblick über alle Posts zu Social Media SEO, GEO, SEA, Content & Consulting Tue, 10 Apr 2018 20:35:53 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1 https://newmediapassion.com/wp-content/uploads/2022/12/cropped-NEWMEDIA_PASSION-32x32.jpg Social Media - Überblick über alle Posts zu Social Media 32 32 Vero – die neue true Social App im ersten Test | Erstkontakt https://newmediapassion.com/vero-true-social-app-test/ https://newmediapassion.com/vero-true-social-app-test/#respond Tue, 27 Feb 2018 16:45:39 +0000 https://newmediapassion.com/?p=2532 Nachdem nun alle Spatzen von den Dächern das Veronimum pfeifen, habe ich mir die App auch mal angeschaut. Ist sie der neue Konkurrent für Instagram oder Facebook? So ziemlich jede neue App, jedes neue Social Network hat in den letzten Jahren Anspruch auf den Titel „Facebook-Konkurrent“ und „das neue Mega-Ding“ erhoben, so also auch VERO […]

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Nachdem nun alle Spatzen von den Dächern das Veronimum pfeifen, habe ich mir die App auch mal angeschaut. Ist sie der neue Konkurrent für Instagram oder Facebook? So ziemlich jede neue App, jedes neue Social Network hat in den letzten Jahren Anspruch auf den Titel „Facebook-Konkurrent“ und „das neue Mega-Ding“ erhoben, so also auch VERO – true social. Ich habe die App mal installiert und angetestet. Hier also nun mein erstes Fazit. 

Da ich selbst keine Probleme beim Download hatte – im Gegensatz zu vielen anderen, die mit überlasteten Servern zu kämpfen hatten – ging die Einrichtung sehr schnell. Name, Email-Adresse, Passwort und Telefonnummer für Bestätigungs-PIN, das hat alles in allem ca. 10min gedauert. Dann noch Profilbild hochladen, kurze Vitae hinterlegen und fertig. Easy und simpel.

Look&Feel von Vero – der optische Eindruck

Obwohl Vero schon gut 3 Jahre alt ist, also in App-Jahren schon fast im Rentenalter, wirkt die App frisch und modern, ganz im Stile der anderen populären mobilen Anwendungen auf dem Markt. Sie macht keinen überladenen Eindruck, eher etwas zurückhaltend.  Das gefällt, weil es dezent und unaufgeregt daherkommt.

Vero - true Social - Newsfeed Stream   Vero - true Social - Profil   Vero - true Social - Post erstellen   Vero - true Social - Profil Details

 

 

Usability – Inhalte, Erreichbarkeit, Performance

Man hat auch ohne eine Anleitung schnell kapiert, wie man etwas postet, wo man sein Profil optimiert oder neue Freunde anfragt. Das funktioniert alles problemlos – zumindest weitestgehend.

Beim Aufruf der App ist die Ladezeit für mein Gefühl teilweise etwas arg lang. Da ich beim Aufruf der App auf die installierten Daten zugreife, sind 20s Ladezeit exorbitant. Oder werden hier schon Daten vom Server abgerufen? Da bin ich zuwenig Technik-Experte, um das beurteilen zu können. Wenn mein Smartphone aber während des Startvorganges der App wieder in den Bildschirmschoner-Modus wechselt, dann passt da etwas nicht zusammen.

Hab ich sie dann einmal geöffnet, flutscht es ganz gut.

Features – das geht in Vero

Ich kann Fotos posten, Links, Videos, Musik, Bücher (?) und Orte markieren. Nur einen einfachen Textpost, den kann ich nicht absetzen. Ich kann:

  • kommentieren
  • liken
  • Beiträge melden
  • Posts verstecken
  • eigene Posts löschen und noch einmal bearbeiten

Alle von mir geteilten Inhalte werden in „Collections“ kategorisiert, die ich selbst anlegen kann. Habe ich noch nicht probiert, werde ich aber noch tun. Der Chat funktioniert, auch wenn ich die Seite immer erst nachladen muss, bevor ich einen neuen Kommentar sehe.

Bugs und Probleme

Neben der Ladezeit geht auch die Suche nicht richtig. Nutzer, die eigentlich in Vero angemeldet sein sollten, werden nicht gefunden, dafür aber jede Menge Vorschläge angezeigt, allerdings nur mit Vornamen. Das Vorschaubild meines Blogposts wird nicht angezeigt, obwohl es beim Erstellen des Posts auswählbar war. Mein Profilbild habe ich zweimal hochgeladen, weil es beim ersten Mal nicht dauerhaft gespeichert wurde.

Ja es gibt wohl noch viele kleine und große Schwachstellen zu beheben. Eigentlich normal, sollte man meinen, bei einer neuen App. Aber halt – die hier gibts ja schon drei Jahre auf dem Markt? Und dann immer noch so buggy? Verwirrend!

Heißer Scheiß oder Rohrkrepierer?

Diese Frage habe ich mir bei Telegram und Threema, aber auch bei Ello und diaspora auch gestellt. Während ich mit einer kleinen Gruppe von Freunden Threema tatsächlich nach wie vor nutze, habe ich mich bei Telegram wieder abgemeldet. Das Ello-Erlebnis war kurz und freudlos, ebenso meine Zeit mit diaspora.

Solange sich nicht eine kritische Masse an Nutzern mit dem Netzwerk beschäftigt, solange wird es nur ein Nischen-Dasein führen. Und auch wenn in dieser Woche nicht nur t3n, heise odr PC-Welt, sondern auch die Bild darüber berichten und die ersten Early Adopter auf den Vero-Zug aufspringen, heißt das noch lange nicht, dass es was wird.

Denn wie man vom Gartner Hype Cycle weiß, kommt nach einem steilen Aufstieg ob dem Nimbus des Neuen ganz schnell die Phase der Ernüchterung. Dann wird sich zeigen, ob die hohen Erwartungen gerechtfertigt waren und ob sich eine neue Technologie oder eine neue Plattform bis auf das „Plateau der Produktivität“ entwickeln kann. Vor dieser letzten und so entscheidenden Phase steht beispielsweise auch die Emerging Technology „Virtuell Reality“. Der Weg ist also steinig und lang.

Kurzum: Muss man sich bei Vero jetzt schon anmelden?

Nein, muss man nicht, aber man kann. Denn die fehlende Datensammelwut und die nicht vorhandenen Werbeeinblendungen erleichtern den Erstkontakt enorm, auch wenn die App selbst noch keinen wirklichen Mehrwert gegenüber ihren dominanten Wettbewerbern wie Instagram oder Facebook hat.


Und das sagen andere Blogger zu Vero:

Dajana von bemoreimpulsee

 

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280 Zeichen Perlen – so kreativ reagiert die Twitter-Gemeinde https://newmediapassion.com/280-zeichen-perlen-so-reagiert-die-twitter-gemeinde/ https://newmediapassion.com/280-zeichen-perlen-so-reagiert-die-twitter-gemeinde/#respond Wed, 08 Nov 2017 13:56:50 +0000 https://newmediapassion.com/?p=2438 Die Anhebung der Zeichengrenze bei Twitter auf unglaubliche 280 von ehemals 140 scheint der große Wurf gewesen sein, denn die Netzgemeinde feiert gerade ihren 280 Zeichen Kindergeburtstag ... irgendwie witzig :-)

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Die Anhebung der Zeichengrenze bei Twitter auf unglaubliche 280 von ehemals 140 scheint der große Wurf gewesen sein, denn die Netzgemeinde feiert gerade ihren 280 Zeichen Kindergeburtstag … irgendwie witzig :-)

 

And the Winner of the creativst 280chars tweet is: Polizei München

Und wo das her kommt, gibts noch viel mehr #280Zeichen

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Twitter Zeichenlimit auf 280 angehoben – warum ich das nicht gut finde https://newmediapassion.com/twitter-zeichenlimit-auf-280-angehoben-warum-ich-das-nicht-gut-finde/ https://newmediapassion.com/twitter-zeichenlimit-auf-280-angehoben-warum-ich-das-nicht-gut-finde/#respond Wed, 27 Sep 2017 10:11:52 +0000 https://newmediapassion.com/?p=2410 Die Spatzen pfeifen es schon länger von den Dächern: Twitter will beliebiger werden .... also sein Zeichenlimit, was seit Anbeginn der Zeit bei 140 Zeichen liegt, anheben. Nun ist es in den einschlägigen Medien zu lesen, dass ausgewählter Nutzer ab sofort mit 280 Zeichen testen können. Ich halte diesen Schritt für falsch!

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Die Spatzen pfeifen es schon länger von den Dächern: Twitter will sich verändern, indem das Zeichenlimit, was seit Anbeginn der Zeit bei 140 Zeichen liegt, auf 280 erweitert wird. Nun ist in den einschlägigen Medien zu lesen, dass ausgewählte Nutzer ab sofort mit 280 Zeichen testen können. Ich halte diesen Schritt und die Strategie für falsch!

Twitter – 140 Zeichen und das Wichtigste ist gesagt

Worum geht es denn bei Twitter? Es geht darum, in wenigen Worten auf den Punkt zu kommen. Es geht darum, den Leser nicht mit Geschwafel und Sinnlosigkeiten zu überfrachten, sondern ihn mit wenigen Worten „einzufangen“. Es geht um Kreativität, Reichweite, Interaktion und Netzwerken.

Twitter ist ein unglaubliches schnelles Medium – für mich das Schnellste im Social Web – mit einer äußerst geringen Halbwertszeit der Informationen. Aber genau das macht den Reiz und auch den Erfolg von Twitter aus.

Alleinstellungsmerkmal ist Fluch und Segen zu gleich

Wie oft habe ich selbst schon geflucht, als ein Tweet einfach nicht passen wollte. Als ich immer an der 140-Zeichen Grenze gescheitert bin. Aber das zwang und zwingt mich selbst, meine Kommunikation zu überdenken. Nachzudenken und nicht einfach aus dem Bauch heraus zu schreiben. So wird eben jeder Tweet einzigartig und wenn er das mal nicht sein sollte, dann verliert er sich im Nirvana und erzeugt keine Resonanz.

Dieses Limit hebt den Anspruch und die Qualität der Tweets. Viel schreiben ohne was zu sagen, ist leicht. Aber die wichtigste Botschaft, einen Call to Action, einen Hashtag, einen Link und noch eine @-Mention in einen einzigen Tweet zu packen, dass ist ganz großes Kino.

Die Gedanken in 140 Zeichen zu packen, sei eine „Qual“, schrieb die Twitter-Produktmanagerin Aliza Rosen in einem Internet-Eintrag. (Quelle: http://www.tagesschau.de/wirtschaft/twitter-zeichen-101.html)

Nein, das ist keine Qual, sondern Anspruch!

Das sagt Twitter selbst dazu: Twitter Blogpost

280 Zeichen beim Kurznachrichtendienst werden sich nicht durchsetzen

Davon bin ich überzeugt, denn ich glaube nicht, dass es die Tweets aufwertet, ganz im Gegenteil: Mehr Zeichen erhöht auch die Gefahr von Belanglosigkeiten. Außerdem brauche ich dann deutlich länger, um einen Tweet zu überfliegen und mir in wenigen Sekunden einen Überblick über die Timeline zu verschaffen. Apropos Timeline – auch hier ist der Platz natürlich begrenzt. Wo ich bislang 10 Tweets auf einen Blick gesehen habe, sind es dann nur noch 5 – salopp gesagt.

Daher glaube ich nicht, dass sich die 280 Zeichen langfristig durchsetzen, sondern dass die Nutzer nach einem anfänglich vielleicht euphorischen Testen wieder zu den 140 Zeichen +X zurückkehren. Denn als Twitterer ist man sowohl Produzent als auch Konsument und wenn ich nicht will, dass mit lange Tweets erschlagen oder langweilen, produziere ich selbst auch keine Tweet-Monster :-)

Logisch, oder?

Übrigens: Das Thema hatten wir auch schon 2016 einmal: newmediapassion.com/twitter-auf-dem-weg-zur-beliebigkeit-oder-das-ende-einer-aera/

Twitter 280 Zeichen

Quelle:
Andreas Eldh „Twitter“
https://www.flickr.com/photos/eldh/
https://www.flickr.com/photos/eldh/5858249526/
CC BY 2.0

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Bots und Fake News im Wahlkampf – wie lassen sich Menschen beeinflussen? https://newmediapassion.com/bots-und-fake-news-im-wahlkampf-wie-lassen-sich-menschen-beeinflussen/ https://newmediapassion.com/bots-und-fake-news-im-wahlkampf-wie-lassen-sich-menschen-beeinflussen/#respond Fri, 15 Sep 2017 07:03:36 +0000 https://newmediapassion.com/?p=2397 In den Medien wird das Thema der Social Bots, die Menschen in ihrer Meinungsbildung manipulieren, aktuell sehr heiß gekocht. Aber wird es wirklich auch so heiß gegessen? Ich will versuchen, dem mal nachzugehen.

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In den Medien wird das Thema der Social Bots, die Menschen in ihrer Meinungsbildung manipulieren, aktuell sehr heiß gekocht. Aber wird es wirklich auch so heiß gegessen? Ich will versuchen, dem mal nachzugehen.

Lasst uns zuerst einmal theoretisch an das Thema herangehen.

Was sind eigentlich Bots und was grenzt sie von anderen Internetphänomenen ab?

Bots sind von Menschen implementierter Algorithmen, die versuchen, die menschliche Natur im Hinblick auf das Verfassen von Kommunikation so gut wie möglich nachzuahmen. Bots sind nicht intelligent, aber durchaus interaktiv und können nur das, was ihnen der Mensch über die Programmierung mit auf den Weg gibt.

Grundlegend kann man folgende Abgrenzung zwischen Bots und anderen Internetphänomenen treffen:

Bots und Abgrenzung zu Trollen Spam und Cyber-Attacken

Bots und Abgrenzung zu Trollen Spam und Cyber-Attacken
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Bots im Alltag der Geschichte

Wer nun glaubt, dass Social Bots ein neues Phänomen sind, der irrt gewaltig. Schon 2003 wurden bei Airlines und Mobilfunkbetreibern Sprachdialogsysteme eingeführt, die den Nutzer am Telefon durch die automatisierten Buchungsprogramme hindurch geführt haben. 1976 gab es nach meinen Recherchen das erste Computerspiel, bei dem man gegen Computergegner antreten konnte. Es hieß „Colossal Cave Adventure“ und war quasi der Vorreiter, oder besser Pionier, der modernen Single-Player-Games. Auch Chatbots gibt es schon seit den 70er Jahren. Wer sich dafür interessiert, dem empfehle ich die wunderbar zusammengestellte Grafik „The History of Chatbots“, zu finden bei Björn Tantau.

Social Bots oder auch der Wahlkampf der Algorithmen

Nicht erst seit dem US-Wahlkampf, indem bekanntermaßen Donald Trump als Sieger hervorging, weiß man, wie wertvoll für die Politik die sozialen Medien sind. Sei es, um viele Insights über den einzelnen Menschen zu erfahren und so den Wahlkampf auf einzelne Stadtteile, ja sogar einzelne Straßenzüge bis hin zu einzelnen Familien abzustimmen. Auch die Gier der Menschen nach Aufmerksamkeit, deren Mitteilungsbedürfnis und auch neren Naivität werden von den Parteien gnadenlos ausgenutzt. Ein wunderbarer Nährboden für Social Bots.

Wenn man den Medien glauben schenken mag, dann sind Social Bots die Büchse der Pandora, die geöffnete Bundeslade und die Reinkarnation des Bösen in einem.

„Invasion der Meinungs-Roboter“ bedroht die Demokratie (welt.de)

Furcht vor den neuen Wahlkampfmaschinen (zeit.de)

Roboter gefährden unsere Demokratie. So sollten wir uns wehren (bento.de)

Manipulation durch Social Bots – Kampf den Meinungsmaschinen (tagesschau.de)

Das sind nur einige der Schlagzeilen, die man im Netz zu Hauf um die Ohren gepfeffert bekommt. Aber wie schlimm ist es denn nun wirklich? Darüber streiten sich die Experten und bislang hat noch keiner den Beweis erbracht, wie stark oder gering die Auswirkungen tatsächlich sind. Der Untersuchungsausschuss des Bundestages hat es auf den Punkt gebracht.

Wirkung von „Social Bots“ ist unter Sach­verständigen strittig (bundestag.de)

Festzuhalten ist

  • dass Bots existieren
  • Bots versuchen zu beeinflussen und zu manipulieren
  • Bots sind für den Normalnutzer schwer zu identifizieren
  • Bots sind von Menschen entwickelte Algorithmen und keine künstliche Intelligenz

Die Wirkung von Bots in den sozialen Medien kann daher auch stark differieren

Wirkung von Social Bots in den Social Media

Wirkung von Social Bots in den Social Media
newmediapassion.com CC-BY-2.0

Vom einfachen Push der Fan- und Followerzahlen für einen Account, um dessen Wichtigkeit und Wirkung zu stärken, bis hin zu komplexen Aktionen und Reaktionen inkl. Vernetzung ist alles drin. Je nachdem, wie viel Zeit der Entwickler auf die Programmierung des Bots verwendet hat. Sie reagieren auf Schlagworte und Hashtags, sie suchen nach Accounts mit bestimmten Profilmustern, um sich mit ihnen zu vernetzen, sie klinken sich in Diskussionen ein, um sie zu torpedieren oder in eine bestimmte Richtung zu lenken.

Das Auffälligste an Botaktivitäten ist, dass sie deutlich mehr Buzz produzieren als „normale“ Nutzer. Sie kennen keinen Schlaf und keine Pausen, sie agieren nach festen Schemata und Mustern.

Hier gut zu sehen bei einer Analyse von botswatch.de zu den Bot-Aktivitäten nach der Rede von Angela Merkel bei CDU Parteitag 2016.

Bot Aktivitäten nach Rede von Angela Merkel

Ihr Sprachmuster und Aktionsradius ist natürlich niemals so breit gefächert wie der eines Menschen. Sie sind meist auf ein klares Kommunikatives Ziel ausgerichtet und agieren oft auch sehr aggressiv und bedrohlich.

Warum funktionieren Bot Aktivitäten so besonders gut? Dazu 5 Thesen:

  1. Der Mensch wird fauler und läuft nur noch der Herde hinterher
  2. Der Mensch agiert zunehmend in seinem eigenen Dunstkreis und bildet sich seine Welt, wie sie ihm gefällt (Filterblase)
  3. Hate Speech zerstört die Diskussionskultur und schreckt normale Nutzer zunehmend ab
  4. Die wenigsten machen sich die Mühe, Informationen mal zu hinterfragen und zu verifizieren
  5. Die Macher hinter den Bots sind cleverer als die Menschen, denen sie im Netz begegnen

Kurz gesagt, halte ich Social Bots tatsächlich für eine bestimmte Kategorie von Nutzern für brandgefährlich, vor allem auch in Verbindung mit Fake News und Hetze. Denn viele Nutzer folgen einfach nur der Herde, verbreiten Meldungen, die zu ihrem eigenen Meinungsbild passen, ungefiltert und ungeprüft und sind schlichtweg viel einfacher zu manipulieren als andere. Da ich hier weder Politik und Meinungsforschung betreiben will, erspare ich mir eine genauere Zielgruppenbeschreibung, aber ich denke, jeder weiß, wen ich meine.

Social Bots, Fake News und Dark Ads

Als ob das alles noch nicht genug wäre, kommen nun auch noch Dark Ads und Shadow Postings dazu. Dank ausgeklügelter Zielgruppenselektierung bei Facebook Ads und Twitter Ads lassen sich Anzeigen mit fein abgestimmten Botschaften jeweils immer einer sehr spitzen Zielgruppe zuweisen. Damit können sich Aussagen inhaltlich deutlich widersprechen, je nachdem, wer sie zu sehen bekommt. Aufgrund der völligen Intransparenz dieser Art des Wahlkampfes (Im Gegensatz zu TV- Radio- und Plakatwerbung) kann eine Partei also ganz geschickt mit den Vorbehalten, Ressentiments und Meinungsbildern von Zielgruppen spielen und so auch Aussagen treffen, die im Nachhinein niemand mehr nachverfolgen kann. Möglich wird dies durch die Analyse der Profil-Accounts, z.b. auf Facebook und Twitter nach Vorlieben, gefolgten Accounts, Freudeskreis, Postings und soziodemografischen Daten des Profilinhabers. Da kann es schon mal passieren, dass ich plötzlich auch Wahlwerbung von rechtsradikalen Parteien sehe, nur weil ich mir auf Facebook mal deren Account angeschaut habe.

Einzige Möglichkeit, um hier ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen, ist das Veröffentlichen von solchen Politik-Ads, bspw. auf Twitter unter dem Hashtag #PolitikAds.

PolitikAds auf Twitter

PolitikAds auf Twitter
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Wie kann die Politik auf Social Bots und Fake News reagieren?

Die Antwort auf diese Frage beschäftigt sicherlich alle Wahlkampfstrategen und das nicht erst seit gestern. Ich bin der Meinung, dass hier deutlich mehr ernst gemeinste Diskussionsangebote im Netz bereitgestellt werden müssten, denn die Menschen sind alles andere als dumm oder diskussionsfaul. Nur wollen sie ernst genommen und gehört werden. Es müssen authentische Formate gewählt werden, um zu zeigen, dass eben nicht alles manipuliert und gelogen ist. Und man muss den Trollen und Hatern konsequent den Kampf ansagen, damit die wirklich interessierten Menschen auch gehört werden können und nicht verschreckt werden.

Best Practice Cases:

 

Und zum Schluss meine dringende Aufforderung: GEHT WÄHLEN!!

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#bsen2 – die spinnen die Blogger … ähm … Blogger spinnen ein Netzwerk https://newmediapassion.com/bsen2-blogger-spinnen-ein-netzwerk-nachbetrachtung/ https://newmediapassion.com/bsen2-blogger-spinnen-ein-netzwerk-nachbetrachtung/#respond Mon, 04 Sep 2017 14:01:06 +0000 https://newmediapassion.com/?p=2374 Was es nicht alles gibt, Blogger, die ein Netzwerk spinnen. Nicht mit Seide und auch nicht kopfüber und zwischen Bäumen, sondern virtuell und plötzlich auch real. Denn Blogger in Sachsen sind durchaus ein kommunikatives und offenes Völkchen, die sich nicht einigeln und ihr Ding machen, sondern sich gern auch mitteilen und austauschen. Dank Peter Stawowy […]

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Was es nicht alles gibt, Blogger, die ein Netzwerk spinnen. Nicht mit Seide und auch nicht kopfüber und zwischen Bäumen, sondern virtuell und plötzlich auch real. Denn Blogger in Sachsen sind durchaus ein kommunikatives und offenes Völkchen, die sich nicht einigeln und ihr Ding machen, sondern sich gern auch mitteilen und austauschen. Dank Peter Stawowy und Flurfunk gab es diese Spinnerei nun schon zum zweiten Mal und dieses Jahr auch in Dresden.

Da simmer dabei, dat is prima

…dachte ich doch so bei mir und gab mit meiner Kollegin Daniela in einer Session ein paar Schmankerl zu Bots, KI, SRO und SEO zum Besten. Doch die Session mag ich nur am Rande erwähnen, denn was die #bsen wirklich auszeichnete, war das „Gespinne“ mit Gleichgesinnten. So traf sich Agentur mit Vlogger, Blogger und PR-Chef, Freelancer und Geschäftsführer, um über Dies und Jenes zu reden und Kontakte auszutauschen. So wob sich das Netzwerk mit jeder Minute immer dichter, sodass am Ende niemand behaupten konnte, er hätte sich nicht vernetzt.

Ich hatte die Ehre, dem Andreas Szabo von Radio Dresden ein kleines Interview zu geben und über SRO, aber auch meine kleinen privaten Blog www.bunte-nachbarschaft.de zu erzählen.

bsen2 - Interview mit Radio Dresden

 

Ein Highlight: 3min Kurzvorstellung für Blogs und Projekte

In jeweils 3min hatten 24+x Blogs die Chance, sich vorzustellen. Da ging es Schlag auf Schlag und so hatten die Teilnehmer in diesem äußerst kurzweiligen Format die Gelegenheit, ganz viele coole und spannende Projekte kennen zu lernen.

bsen2 - Kurvorstellung msgan

msgan.de

Ich habe da über NewCarz.de berichtet, bei dem ich suchmaschinentechnisch etwas mitarbeite und sogar hin und wieder ein Auto zum Testen fahren darf :-)

Wenn es nichts zu kritisieren gäbe, wäre es irgendwie langweilig. Mir ist eine YouTuberin im Gedächtnis haften geblieben, die ihren YouTube Channel (dessen Name ich schon wieder vergessen habe) vorgestellt hat. Mit gerade einmal 21 Jahre sagt sie Kids ab 12 Jahren, wie das Leben funktioniert und ist selber noch in der Findungsphase zum Erwachsenwerden. Ich persönlich finde das arg problematisch und leider kennzeichnet dieses Beispiel die ganze extrovertierte YouTuber-Szene. Leute, denen Du den IQ nicht ansiehst, auch wenn Du ihn suchst, erzählen gutgläubigen und manchmal auch naiven Jugendlichen, was in Sachen Politik, Wirtschaft, Zeitgeschehen, Mode und Lifestyle Sache ist. Vollkommen unreflektiert und ohne jegliche Befähigung. Das macht mir ehrlich gesagt Angst. Meine Mutter hätte mich wahrscheinlich früher vor „solchen Leuten“ gewarnt. So werde ich wohl meine Kids dann später mal vor solchen Leuten warnen müssen, denn hier hat die Filterblase eindeutig ihren unrühmlichen Peak.

Nun ja, genug geschimpft … jedem das Seine und letztendlich muss das jeder selbst verantworten, was er da produziert.

Catering, Location, Leute – alles fein

Läuft bei uns, würde mein Kollege Michael sagen, und dieses wohlige Gefühl des „Hier bin ich richtig“ hat sich bei mir am 01.09. den ganzen Tag über eingestellt. Ich glaube, hier haben die Organisation der, des, dem #bsen (welches Demonstrativpronom setzt man hier eigentlich davor??) ein ganz feines Händchen bewiesen und genau die richtige Crowd adressiert.

„Sollen wir nächstes Jahr wieder?“

…fragte Peter Stawowy zum Schluss.

Auf jeden Fall!

war die einhellige Antwort der 160 Teilnehmer, die auch fast alle diszipliniert bis zum Schluss dageblieben sind und sogar dem anfangs eher zähen Fishbowl noch Leben eingehaucht haben.

bsen2 - Team Flurfunk

 

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Instagram Influencer – das Geschäft mit der Dummheit https://newmediapassion.com/instagram-influencer-das-geschaeft-mit-der-dummheit/ https://newmediapassion.com/instagram-influencer-das-geschaeft-mit-der-dummheit/#comments Tue, 20 Jun 2017 12:01:06 +0000 https://newmediapassion.com/?p=2332 Ehrlich, ich kann das Wort Influencer bald nicht mehr hören. An jeder Ecke wird influencert, dass einem übel wird. Influencer ist das neue Buzzword, dass beim Bullshit-Bingo haushoch gewinnt. Influencer sind faktisch alle, die sich irgendwie mindestens einen 5stelligen Fanbetrag zusammengekauft, gegaunert, geliked oder ersponnen haben. Das Traurige ist, dass die Marketingbranchen dort jeglichen Bezug […]

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Ehrlich, ich kann das Wort Influencer bald nicht mehr hören. An jeder Ecke wird influencert, dass einem übel wird. Influencer ist das neue Buzzword, dass beim Bullshit-Bingo haushoch gewinnt. Influencer sind faktisch alle, die sich irgendwie mindestens einen 5stelligen Fanbetrag zusammengekauft, gegaunert, geliked oder ersponnen haben. Das Traurige ist, dass die Marketingbranchen dort jeglichen Bezug zur Realität verloren hat und alle Augen zudrückt, nur um beim „Influencern“ dabei zu sein. Gerade auf Instagram spottet die Gutgläubigkeit von Unternehmen und Agenturen jeder Beschreibung. 

Thomas Knüwer hat es heute auf Indiskretion Ehrensache auf den Punkt gebracht:

Instagram-Influencer haben selten Einfluss

Denn dort haben sich wie früher auf Facebook regelrechte Clans gebildet, die sich gegenseitig pushen und unterstützen, bis eine kritische Masse an Likes und Abonnenten zustandegekommen ist, die sich gegen gutes Geld an den Idioten aus der Agentur verkaufen lässt.

Diese Intransparenz trifft dann auf Markenverantwortliche, die in Deutschland weiterhin zu wenig Digitalkompetenz aufgebaut haben. „Influencer“ klingt cool.

So siehts nämlich aus, liebe Leute, die ihr an digitaler Inkontinenz leidet. Nicht überall, wo 1.000.000 Visits drauf steht, sind auch wirklich 1.000.000 Visits drin. Die Durchtriebenheit und der Einfallsreichtum der Möchtegern-Netz-Promis kennt keine Grenzen, wenn es darum geht, Zahlen zu faken. Hey Fake-News … da war ja was.

Aber zurück zum Thema.

Influencer und Agenturen befruchten sich gegenseitig und hängen aneinander wie das Furunkel am Geschwür

Eigentlich kann man den Instagramern, YouTubern und SnapChatern ja gar keinen Vorwurf machen. Sie nutzen ja nur die Gutgläubigkeit und Faulheit derjenigen aus, die scheinbare Reichweite und Prominenz teuer an ihre Kunden vertickern. Ohne Nachzufragen, ohne in die Tiefe zu gehen, ohne zu verifizieren und zu validieren. Da werden Zahlen eben als gegeben hingenommen. Klar, was auf einem „offiziell“ als Mediadaten klassifizierten PDF geschrieben steht, muss schon stimmen. Denn alles was im Internet steht, stimmt doch!  …. oder doch nicht?

Also haben es die Kurzsichtigen in den Marketingabteilungen und Digital Agenturen zu verantworten, dass wir jetzt so eine unglaublich widerliche Influencer-Blase haben, in der sich alle suhlen wie die Made im Speck und keiner so wirklich die Augen aufmacht oder aufmachen will. Denn wenn man mal ehrlich wäre, müsste man sich ja eingestehen, dass man Mist gebaut hat, als man den Social Media Stars das Geld für bezahlte Postings und Fotos und Videos nur so hinterher geschossen hat. Oftmals, ohne dass die ahnungslosen und realen Fans überhaupt auch gemerkt haben, dass sie mit Schleichwerbung beglückt wurden.

Kennzeichnungspflicht bei Instagram

Aber damit ist ja nun Schluss. Denn von nun an hat Instagram eine Kennzeichnungsmöglichkeit für bezahlten Posts eingeführt. Die Kennzeichnungspflicht besteht ja schon immer, auch wenn das den meisten schnurzegal ist.

In the coming weeks, you’ll start to see a new “Paid partnership with” tag on posts and stories. This feature will help creators more clearly communicate to their followers when they are working in partnership with a business.

Und, liebe Naive – es ist vieles kennzeichnungspflichtig, vor allem dann, wenn der Anschein von Neutralität erweckt wird! Auch wenn ihr beispielsweise das Produkt geschenkt bekommen habt. Informieren hilft gegen latente Dummheit, denn Dummheit schützt vor Strafe nicht.

> Risiken der Schleichwerbung – Rechtliche Grenzen bei Facebook und Instagram

von RA Dr. Thomas Schwenke – sollte man kennen!

Ein Werbehinweis muss in fast allen Fällen erfolgen. Das liegt daran, dass bei Onlinemedien nicht erst Werbung (d.h. Absatzförderung und Imagepflege), sondern jedwede kommerzielle Kommunikation erkennbar sein muss (§ 6 TMG). 
Kommerzielle Kommunikation liegt fast immer vor, wenn Unternehmen oder Freiberufler irgendwie Vorteile genießen […]


Jetzt gehts mir gut – das wollte ich schon lange mal loswerden!!

Und bevor jetzt der ein oder andere einen Blutrausch oder Schnappatmung bekommt – ich habe rein gar nichts gegen die Einbeziehung und gegen Zusammenarbeit mit interessierten und engagierten Nutzern, die der Marke oder dem Thema zugetan sind und die sich ein kleines Geld dazuverdienen wollen. Aber bitte vernünftig, transparent und sinnvoll und vor allem LEGAL!

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Nachbetrachtung D2M Summit 2017 https://newmediapassion.com/nachbetrachtung-d2m-summit-2017/ https://newmediapassion.com/nachbetrachtung-d2m-summit-2017/#comments Thu, 18 May 2017 06:52:11 +0000 https://newmediapassion.com/?p=2306 Community Management, Influencer Marketing und Content Marketing – das waren die Themen des D2M Summit am 17. Mai in Hamburg. Die größte Herausforderung ist der „Content Shock“, mit dem alle Unternehmen und auch Nutzer zu kämpfen haben. Ich war dabei und habe mir einen guten Eindruck verschaffen können, wo die Unternehmen jetzt stehen und welche […]

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Community Management, Influencer Marketing und Content Marketing – das waren die Themen des D2M Summit am 17. Mai in Hamburg. Die größte Herausforderung ist der „Content Shock“, mit dem alle Unternehmen und auch Nutzer zu kämpfen haben.

Ich war dabei und habe mir einen guten Eindruck verschaffen können, wo die Unternehmen jetzt stehen und welche Erfahrungen sie bislang gesammelt haben.

Eines vorweg – wir stehen gefühlt immer noch auf dem Stand vor 10 Jahren, also als Social Media so richtig in Mode kam. Allerdings hat man auch gut sehen können, dass Unternehmen deutlich professioneller mit Social Media und Content umgehen. Es ist auch schön zu sehen, dass sich Verbände und Kommunen zunehmend etwas trauen und sich dem Nutzer im web stellen.

Nur reden wir eben immer noch über Content Marketing und über Push zu Pull. Dass Content authentisch sein muss und dass es auf Vertrauen und Beziehungsmanagement ankommt, sollte eigentlich so langsam verinnerlicht sein. Aber der Reihe nach ein kurzer Recap zu den Tracks, die mich besonders beeindruckt haben.

D2M Summit 2017

Svea Raßmus – DB Vertrieb GmbH
Corporate Storytelling, Content Marketing & Website – das Zusammenspiel bei der Deutschen Bahn

Ein sehr beeindruckendes Beispiel, wie ein Konzern auch mal kleinere, aber sehr effiziente Brötchen backt. Hier wurde sehr anschaulich gezeigt, wie die Bahn mit ihrem Blog inside.bahn.de angefangen hat und ihn weiter aufbaut.

Frag die Kollegen, frag die Zahlen, frag die Kunden

Dass ist das Credo des agil arbeitenden Teams rund um den Blog, der auf WordPress basiert. Sie überlassen nichts dem Zufall und messen alles, was möglich ist, um schnell auf Veränderungen zu reagieren.

Janis Rudzki-Weise, Audi Mexiko
Market like it’s 2017! How to tell your brand story in a noisy social media world.

Vergesst die Reichweite, Aufmerksamkeit ist die neue Kennzahl – Janis machte gleich zu Beginn klar, wo seine Reise hingeht. Weg von großen Klickzahlen oder Fanbases, hin zu Emotionen und Beziehungen zur Zielgruppe. So hat Audi für die Kampagne in Mexiko mal eben seinen Slogan angepasst: Aus „Vorsprung durch Technik“ wurde „Vorsprung durch Fans“.

Die drei Regeln einer erfolgreichen Kommunikations-Kampagne:

Content + Context + Community

Als er dann das Publikum beschwor, einfach „mal nett“ zu sein, dachte ich mir so….ja das wäre mal schön 😉

Bis dahin wurde viel mit Phrasen gearbeitet, was teilweise schon amüsant war, zumal viele schon einen laaaangen Bart haben. Aber diese hier sollte man sich merken:

It’s Social Media, not Sales Media

Stephanie Orth, Staatsministerium Baden-Württemberg
Reichweite reicht nicht – ein Bundesland macht Influencer Marketing

Ja auch Länder und Kommunen können Social sein, wenn sie wollen. Manchmal wirkt es noch etwas hölzern und altbacken, aber sie bemühen sich redlich. Der Slogan von BW „Wir können alles außer Hochdeutsch“ erinnerte mich ein wenig an den Claim der sächsischen Kampagne „So geht sächsisch“, auch wenn der Ansatz ein anderer ist. So hat das Land BW viel mit Netzwerken experimentiert, mit Instagram, SnapChat und anderen. Einige davon haben sie wieder fallen lassen und sich vor allem auch mit der Definition von Blogger Relations und Influencer Marketing beschäftigt.

Das war eines der Learnings, die sie gesammelt haben:

  • Trennung von Influencer und Blogger
  • Zuhören und Beobachten
  • Unwägbarkeiten einplanen

Insgesamt ein nettes Projekt, mit Luft nach oben. Was vielen an diesem Tag gemein war, dass man nicht wusste, wie es nach der Kampagne oder dem Projekt weitergeht. Auch aus dem Publikum kamen entsprechende Fragen, die nie so richtig beantwortet werden konnten. Langfristigkeit und Nachhaltigkeit sieht für mich da ein wenig anders aus.

Lynn Scotti, Sylt Marketing
Wenn IoT und Marketing sich kreuzen und Emotionen beim Kunden wecken und teilen sollen

Sympathisch, visionär, trendy – so lässt sich die Kampagen mit dem Amazon Dash Button, der kurzerhand als „Sehnsuchts-Button“ umfunktioniert wurde, am besten beschreiben.

Hier hat mal jemand „die Eier“ gehabt, sich an etwas Neuem aus dem Bereich Internet of Things (IoT) auszuprobieren. Und es hat funktioniert. Viele emotionale Nutzerbeiträge, ein reges Interesse an dem Gewinnspiel um den Sehnsuchts-Button und eine Menge an Wissen über die Wünsche und Sehnsüchte der Sylt-Urlauber. Was will man als Marke mehr?

Und es gibt hier aller Voraussicht nach weitere Bemühungen, diesen positiven und frischen Wind aus der Community weiter mitzunehmen.

Lutz Staake, Deutscher Landwirtschaftsverlag
Aufbau & Ausbau von Leser-Engagement in verteilten Community-Netzwerken

„Fachverlage sind keine coolen Kids“, so ist Lutz in den Vortrag eingestiegen und hat das gleich eindrucksvoll mit „hippen“ Magazin-Titeln belegt: „AFZ Der Wald“, „Jagdgebrauchshund“ oder auch „primus Rind“ regen zum schmökern und an und wecken Begehrlichkeiten …. Zumindest bei denen, die damit was anfangen können 😊

D2M Summit 2017

Aber allen Unkenrufen zum Trotz, mit einem langen Atem und viel Engagement hat der DLV einige Themencommunities ins Leben gerufen und betreibt sie auch mit einigem Erfolg. „Bienenfreunde“, „Gartenfreunde“, „Pferdefreunde“ und „Jagdfreunde“ treffen den Bedarf ihrer Nutzer und werden von Community Managern geführt, die sich in dem Metier auch wirklich gut auskennen. Denn nur so kann man in einer Community authentisch agieren.

Reichweite schafft kreative Freiheit

Erst wenn man die nötige Grundreichweite, also eine kritische Masse an Views, erreicht hat, kann man sich als Verantwortlicher etwas freier bewegen und bekommt mehr Vertrauen von den Vorgesetzten. Dieser These von Lutz stimme ich zu, auch wenn Reichweite tatsächlich kein Erfolgskennzahl sein sollte.

Fazit D2M Summit Tag 1

Auch wenn die Vorträge nichts wesentlich Neues für mich gebracht haben, war es ein erfolgreicher Tag mit vielen guten Gesprächen. Schön ist es, wenn man auf solchen Konferenzen jahrelange Twitter-Kontakte wie Thorsten Ulmer auch mal trifft uns sich mit ihnen unterhalten kann.

Die Organisation von Kongressmedia mit Björn Negelmann und Susanne Bach war wie gewohnt professionell und rundum erstklassig.

Ich komme gern nächstes Jahr wieder!

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Der Digital Workshop von Google – ein Selbsttest https://newmediapassion.com/der-digital-workshop-von-google-ein-selbsttest/ https://newmediapassion.com/der-digital-workshop-von-google-ein-selbsttest/#comments Tue, 24 Jan 2017 21:38:54 +0000 https://newmediapassion.com/?p=2155 Wer sich mit dem Thema “Online Marketing” auseinandersetzt, hat in der Regel bereits eigene Quellen ausfindig gemacht, um an seine tägliche Dosis frisches Wissen zu gelangen. Da werden Blogs angesurft, Podcast gehört oder sich in Expertengruppen auf Facebook ausgetauscht. Aber was machen Menschen, die sich erst einmal in das besagte Thema hineinfuchsen möchten?

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Wer sich mit dem Thema “Online Marketing” auseinandersetzt, hat in der Regel bereits eigene Quellen ausfindig gemacht, um an seine tägliche Dosis frisches Wissen zu gelangen. Da werden Blogs angesurft, Podcast gehört oder sich in Expertengruppen auf Facebook ausgetauscht. Aber was machen Menschen, die sich erst einmal in das besagte Thema hineinfuchsen möchten?

Seit Ende 2015 gibt es für Einsteiger die Möglichkeit, direkt beim Platzhirsch Nummer 1 zu lernen. Google hat zusammen mit der Universität Leipzig, dem Bundesverband E-Commerce und Versandhandel und der Hochschule Reutlingen die E-Learning-Plattform “Digital Workshop” ins Leben gerufen. In 23 Themengebieten können die Grundlagen für das Online-Marketing-Handwerk erlernt werden. Dabei setzt Google auf kurze Videos, die in ein Thema einführen und weiterführendes Lehrmaterial in PDF-Form. Die einzelnen Themengebiete sind in kurze Lektionen geteilt und werden jeweils mit einem kurzen Test abgeschlossen. Die Plattform bietet zudem das Erstellen eines eigenen Lehrplans an, um sich nur einem bestimmten Gebiet widmen zu können. Wer die gesamten 23 Themengebiete und den daran anschließenden Test meistert, erhält von Google ein Zertifikat.

Google Digital Workshop - Themenbereiche

Die Übersicht über die 23 Themengebiete. Vom Einstieg über SEO/SEM hin zur Internationalisierung. Der Pfad des Online-Erfolgs.

Nichts für Profis aber ideal für Einsteiger

Wer bereits Wissen im Online-Marketing zurückgreifen kann, absolviert die gesamte Themenlandschaft in wenigen Stunden. Für Beginner wird Wissen in handlichen Portionen vermittelt, welches sie am besten direkt in die Tat umsetzen. Vor allem für kleine und mittelständische Unternehmen oder auch Existenzgründern, die ihr Online-Vermarktung komplett selbst in die Hand nehmen, gibt es einiges zu lernen beispielsweise: “Wie funktioniert eine Suchmaschine und wie kann ich meine Inhalte bzw. Webseite dafür optimieren?” oder “Wie kann ich lokal auf mich aufmerksam machen?” Dabei bezieht sich Google nicht nur auf seine eigenen Dienste und Tools. Auch Alternativen werden zumindest namentlich erwähnt.

Google Digital Workshop - Zertifikat

Nach Abschluss von insgesamt 89 Lektionen erwartet die Teilnehmer ein hübsches Zertifikat.

Fazit

Die Inhalte sind gut und recht schlüssig zusammengestellt. Anfänger bekommen eine solide Grundlage vermittelt, die durch Anwenden und natürlich weiterer Fortbildung gefestigt bzw. ausgebaut werden können. Persönlich musste ich zwei-drei Abschlusstests der einzelnen Lektion korrigieren, da ich Fragen durch mein Vorwissen missinterpretiert hatte. Jedoch gibt Google jedem Teilnehmer die Möglichkeit, die falsch abgegebenen Antwort zu korrigieren, ohne die komplette Lektion noch einmal absolvieren zu müssen. Das Ganze kann am PC bzw. Laptop oder von unterwegs via Smartphone erarbeitet werden. Somit ist der Workshop also auch Ideal für kurze Strecken geeignet, wie beispielsweise morgens in der Straßenbahn. So habe ich in drei Tagen zu je 40 Minuten die Kurse “duchgespielt” und erhielt somit mein Zertifikat.

Einziger Nachteil:

“Das Zertifikat ist kein offizielles Dokument. Das bedeutet, es wird von Hochschulen und Behörden nicht anerkannt.”

Jedoch signalisiert es Personalentscheidern, dass eine gewisse Grundlage an Wissen vorhanden ist. Das sollte zumindest bei Trainee-Stellen oder Praktika von Vorteil sein.

Ich finde den Digital Workshop gelungen und kann es jedem empfehlen, der sein Grundlagenwissen im Online-Marketing ausbauen möchte.


Über den Autor:

Chris ist Herausgeber des Online-Magazins “Let’s talk about Startups” und beschäftigt sich 75% des Tages mit dem Internet in all seinen Facetten. Wenn er nicht über Startups   berichtet, arbeitet er als Berater in der Dresdner PR-Agentur Frische Fische.

 

 

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Hashtags sind wertlos für das Marketing von Unternehmen? Quatsch! https://newmediapassion.com/hashtags-sind-wertlos-fuer-das-marketing-von-unternehmen-quatsch/ https://newmediapassion.com/hashtags-sind-wertlos-fuer-das-marketing-von-unternehmen-quatsch/#respond Mon, 05 Sep 2016 08:09:38 +0000 http://newmediapassion.com/?p=2015 We looked at 137,052 tweets and learned hashtags were worthless … … titelte thenextweb in einem aktuellen Beitrag. Sie begründen das mit der zunehmenden Infiltration von Hastags durch Spammer und Bots. Sie meinen, dass sie anhand von 137.052 untersuchten Tweets innerhalb einer Woche den Stein der Erkenntnis gefunden haben. Ihre Erkenntnis: „Stopy using hashtags“. Sorry, aber […]

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We looked at 137,052 tweets and learned hashtags were worthless …

… titelte thenextweb in einem aktuellen Beitrag. Sie begründen das mit der zunehmenden Infiltration von Hastags durch Spammer und Bots. Sie meinen, dass sie anhand von 137.052 untersuchten Tweets innerhalb einer Woche den Stein der Erkenntnis gefunden haben. Ihre Erkenntnis: „Stopy using hashtags“. Sorry, aber das ist totaler Blödsinn und da muss ich vehement widersprechen!

Ich nutze sowohl im B2B als auch im B2C Umfeld Hashtags seit vielen Jahren und sehe, wie sich die clevere und sensible Platzierung von Keywords in Tweets auf die Resonanz und den Erfolg auswirkt. Dabei kann man, wie beim Statement von Ryan McCready (thenextweb) natürlich nicht alles pauschalisieren.


Hashtags für Event-Promotion

Nach wie vor ist der Event-Hashtag ein beliebtes und probates Mittel, um Aufmerksamkeit und Vernetzung für das eigene Event herzustellen und zu unterstützen. So arbeiten alle Twitterwalls mit dem Event-Hashtag und Zusammenfassungen via storify oder paperli funktionieren nun einmal am besten auf Basis von spezifischen Hashtags. Wer also ein Interesse daran hat, dass sich auf Twitter über das Event ausgetauscht und diverse Recaps im Nachhinein produziert werden, der sollte in jedem Fall einen Event-Hashtag verwenden und ihn auch offensiv vermarkten!

https://storify.com/alecmcint/digital-workplace-day-2015

https://storify.com/alecmcint/digital-workplace-day-2015

https://storify.com/HaraldSchirmer/digital-workplace-day-2015-berlin

https://storify.com/HaraldSchirmer/digital-workplace-day-2015-berlin

Hashtags für schnelles und automatisiertes Teilen

Nicht zuletzt über Algorithmen wie IF THIS THAN THAT verbreiten sich Tweets häufig schneller, wenn man Hashtags benutzt, auf die solche Algorithmen programmiert sind. So werden häufig Automatismen angestoßen, die zu einer schnellen Verbreitung von Tweets führen. Zusätzlich werden bei Twitter immer noch Listen gepflegt und geführt, in die man eher aufgenommen wird, wenn man Hashtags benutzt.

Hashtags für einfache Aggregation von Inhalten und deren Auswertung

Man möchte natürlich auch selbst wissen, was zu einem bestimmten Thema im Netz so alles kommuniziert wird. Was eignet sich also besser als ein Filter, der auf spezielle Hashtags ausgerichtet ist. Auch die Verwendung von eigenen Hashtags kann sich sehr gut an der allgemeinen Orientierung der Nutzer in Bezug auf populäre Hashtags ausrichten. Ich habe nicht ohne Grund 2014 bereits geschrieben: #Hashtags sind das Salz in der Content Suppe – die Trending Hashtags 2014

Suma sumarum

Anhand von lediglich 137.000 Tweets (bei ca. 277.000 Tweets pro Minute weltweit) die provokante Aussage zu treffen:

  • stop using twitter
  • never use hashtags

ist schon arg boulevardesk. Gut, zumindest haben sie erreicht, dass man darüber schreibt.

Der Hinweis auf Bots und Spam ist jedoch nicht unberechtigt, denn gern werden populäre Hashtags infiltriert und unterwandert. Als Community Manager und Social Media Redakteur muss man also genau aufpassen, nicht dass der Event-Hashtag auf einmal zur Partnerbörse und Verkaufsplattform verkommt.

Ich bleibe dabei: Hashtags sind für die Unternehmenskommunikation im Social Web und speziell auf Twitter unerlässlich!

Quelle: CC-by-SA https://www.flickr.com/photos/nina_pic/

Quelle:
nina_pic „Hashtags“
https://www.flickr.com/photos/nina_pic/14973885184/
https://www.flickr.com/photos/nina_pic/
CC BY-NC 2.0

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Demokratie im Social Web – eine Hassliebe, aber auch ein Pflänzlein auf gutem Nährboden https://newmediapassion.com/demokratie-im-social-web-eine-hassliebe-auch-ein-pflaenzlein-auf-gutem-naehrboden/ https://newmediapassion.com/demokratie-im-social-web-eine-hassliebe-auch-ein-pflaenzlein-auf-gutem-naehrboden/#respond Thu, 01 Sep 2016 06:55:42 +0000 http://newmediapassion.com/?p=2002 Politiker müssen den Dialog wieder erlernen. Das war nur eine der mehr oder weniger überraschenden Fazits am Diskussionsabend zu „Politik und Demokratie im Social Web“. Eingeladen hatte die Stiftung Friedliche Revolution, die mit dem „Freiraum“ ein Podium und eine Plattform für Diskussionen und Diskurse über verschiedenste Themen anbietet. Derzeit steht die Bühne des Freiraums in […]

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Politiker müssen den Dialog wieder erlernen.

Das war nur eine der mehr oder weniger überraschenden Fazits am Diskussionsabend zu „Politik und Demokratie im Social Web“. Eingeladen hatte die Stiftung Friedliche Revolution, die mit dem „Freiraum“ ein Podium und eine Plattform für Diskussionen und Diskurse über verschiedenste Themen anbietet. Derzeit steht die Bühne des Freiraums in Dresden auf dem Theaterplatz vor der Semperoper. Und wo vor wenigen Wochen noch die Hassreden von Pegida zu hören waren, ging es am 31.08. um die Chancen aber auch die Probleme des politischen Dialogs im Social Web.

Philipp Drechsler und ich waren eingeladen, diesen Abend mit einem Impulsvortrag zu eröffnen. Als Vorstandsmitglieder des MobileCamp e.V., Experten für das mobile und das social Web, war es für uns eine Ehre, darüber zu referieren und mit Michael Kölsch (Vorstand der Stiftung) und Konstantin von Notz (netzpolitischer Sprecher der Grünen im Bundestag) gemeinsam dann über die Zukunft der Demokratie im Netz zu diskutieren.

Oder um es kurz zu machen: es war ein spannender und cooler Abend vor grandioser Kulisse!

Freiraum Dresden - Politik und Demokratie im Social Web

Wir haben die Diskussion mit 5 Gedanken eingeleitet, die ein Stück weit das widerspiegeln, was im Netz gerade abgeht.

I. Der Mensch ist faul und ein Herdentier

Menschen haben über die Jahre ihre kleinen sozialen Welten in Form von Netzwerken auf Facebook & Co. aufgebaut und bewegen sich zunehmend nur noch in diesem Dunstkreis. Auch die Algorithmen der Netzwerke unterstützen diese künstliche Verengung des eigenen Horizontes, indem vorwiegend Beiträge von den Leuten angezeigt werden, denen ich folge und mit denen ich am meisten interagiere. Durch die unglaublich einfache Mechanik. Inhalte zu teilen, zu liken und zu kommentieren, entsteht so eine Dynamik, welche populistische und bequeme Inhalte immer wieder explosionsartig nach oben spült. Dabei vergessen mache, was es heißt, Informationen zu hinterfragen und verschiedene Quellen zu recherchieren. Das kritische Auseinandersetzen mit Inhalten bleibt dabei zunehmend auf der Strecke.

Freiraum Dresden - Politik und Demokratie im Social Web

II. Soziale Netzwerke das Kommunikationsformat des 21. Jahrhunderts, werden aber zunehmend von Bots unterwandert

Es ist wohl unstrittig, dass soziale Medien das Netz erobert haben. Nutzerzahlen und Nutzeraktivitäten sprechen für sich.

Dabei ist es auch nicht verwunderlich, dass sich immer mehr Politiker, Fraktionen, Parteien und politische Akteure online engagieren und versuchen, mitzumischen. Das machen sie manchmal gut, manchmal aber auch ziemlich schlecht. Es ist schon erstaunlich, mit welcher Naivität Parteimitglieder bei Facebook & Twitter agieren. In Wirtschaftsunternehmen hätten sie für manche Postings und Tweets durchaus arbeitsrechtliche Probleme bekommen. Daher auch das Fazit von eingangs, dass der Dialog, vor allem im Social Web, erst erlernt werden muss. Das Bewusstsein, dass eben nicht nur die paar tausend Follower den Tweet lesen, sondern im besten Falle eine Vielzahl an Menschen mehr, ist oft nicht vorhanden, wie mir scheint.

 

Und das sind nur zwei der zweifelhaften Äußerungen von deutschen Politik-Größen auf Twitter.

Nichtsdestotrotz kommt kaum einer an den sozialen Medien vorbei, denn hier finden die Diskussionen statt, die hochgradig interessant für die Politik sind. Man merkt aber auch, dass es Parteien gibt, die es offensichtlich besser schaffen, ihre Fans und Wähler im Netz zu mobilisieren.

„Soziale Netzwerke wie Facebook sind wichtige Hilfsmittel zur Wählermobilisierung. Die AfD saugt daraus ihren Honig wie keine andere Partei. Auf Bundes- wie auf Landesebene hinken CDU, SPD & Co weit hinterher.“

(Handelsblatt „AFD ist Social Media Champion“ 2.3.16)

Es ist ein Spagat zwischen Offenheit und Zurückhaltung, zwischen Populismus und Seriosität, den einige Akteure offenbar besser beherrschen als andere.

Ein großes Problem sind die Social Bots, die sind unbemerkt in die Accounts einschleichen und so Diskussionen anzetteln oder bewusst steuern. „Post-Truth politics“, das Phänomen der gefühlten Wahrheit, geistert durch das Netz. Informationen, welche wahr sein könnten und von denen sich Menschen wünschen, sie wären wahr, werden zunehmend gestreut und geteilt. Diese Guerilla Taktiken wurden durch eine Untersuchungsgruppe der Uni Siegen um Simon Hegelich auf der Facebook-Seite der CSU entdeckt.

„Wir sind uns ziemlich sicher, dass Bots auf der Facebook-Seite der CSU ausländerfeindliche Kommentare posten.“

(bento.de / Wie Social Bots uns manipulieren, wer daran verdient und wie die Fakes auffliegen / Zitat: Simon Hegelich, Universität Siegen)

„Bei Facebook, Twitter & Co. entwickeln sich Social Bots langsam zu einem ernstzunehmenden Problem. Die Fake-Accounts werden längst nicht mehr nur zum Spammen eingesetzt, sondern greifen mittlerweile manipulativ in die Kommentare und Berichterstattung ein.“

(mobilegeeks.de / Manipulation durch Social Bots nimmt bedenkliche Ausmaße an)

Das Problem: Sie sind schwer zu erkennen, aber äußerst effektiv und gerissen in ihrer Kommunikation.

 

III. Meinungsfreiheit im Netz – oft nur eine Phrase

Der der am lautesten brüllt, wird gehört, die anderen schweigen lieber. Das kann man wohl durchaus so konstatieren. Es wird immer schwieriger, seine eigene Meinung im Netz zu Gehör zu bringen, wenn sie nicht dem allgemeinen Duktus entspricht. Das gilt in beide Richtungen, beispielsweise bei der Flüchtlingspolitik. Ist man gegen Einwanderung, ist man Rechts. Ist man dafür, ist man Links. Das führt dazu, dass viele lieber schweigen, als sich dem Hass und dem HateSpeech des Netzwerkes auszusetzen.

Auch die zunehmende Eskalation von Diskussionen stellt Politik und Behörden vor ein großes Problem. Es ist schlichtweg nicht möglich, alle beleidigenden und hetzenden Kommentare zu verfolgen. Doch in der Diskussion im Freiraum wurde auch eines deutlich: Totschweigen, Ignorieren und kommentarloses Löschen hilft nicht. Man muss sich auch mit dem Hass auseinandersetzen und Strategien entwickeln, wie diesem auf einer kommunikativen Ebene begegnet werden kann. Und hier tun sich viele Politiker extrem schwer. Doch nicht nur die Politik leidet unter der Verrohung der Diskussionskultur, viele andere Plattformen und Bereiche ebenso.

„Nie hätte ich gedacht, dass solche Leute mich zwingen könnten, mal ein Forum auf heise online zu schließen, weil die Kommentare – Meinungsfreiheit hin, offenes Forum her – nicht mehr zu ertragen waren. Oder dass ein Aufruf gegen Rassismus und Ausländerfeindlichkeit im Forum notwendig wäre. Und dies trotz aller Selbstregulierung in den Foren, in denen die Spinner, die mit rassistischen und sexistischen Äußerungen um sich schlagen, von den Usern selbst immer wieder zurechtgewiesen werden.“

(Jürgen Kuri, stv. Chefredakteuer, c‘t/heise, 15.12.15)

IV. Social Web – eine einzigartige Chance für die Demokratie

Trotz allem Übel können wir konstatieren, dass die sozialen Medien für die Demokratie eine einzigartige Chance darstellen. Denn wo sonst können Menschen besser mitreden, sich informieren, einbezogen werden und kommentieren. Und es ist auch die Pflicht der Abgeordneten, diesen Dialog zu ermöglichen, ihn zu führen. Und es ist ihre Aufgabe, zuzuhören, denn die Menschen wollen kommunizieren, sich mitteilen, ihre Ängste, Sorgen, Nöte und Hoffnungen mitteilen.

Dafür braucht es aber auch die Medienkompetenz auf Seiten der Politik und die stelle ich vielen Akteuren in Abrede. Wenn Accounts als Pressekanal missbraucht werden, wenn nicht die eigentlichen Ansprechpartner, sonder Ghosts (Agenturen, Mitarbeiter, Externe), die Kommunikation führen und wenn sich auf den Mainstream-Portalen Facebook und Twitter ausgeruht wird, während die Jugend weiter zu WhatsApp, SnapChat oder Instagram zieht, dass ist Handlungsbedarf.

Ausnahmen bestätigen die Regel und so möchte ich auch nicht verhehlen, dass es durchaus leuchtende Beispiele für einen demokratischen und authentischen Diskurs im Netz gibt. Über einen habe ich bereits berichtet (Politik im Social Web – Freibergs OB Sven Krüger mit einem Gespür für gute Kommunikation), ein anderer ist mir die Tage untergekommen. So testet die CDU Fraktion im sächsischen Landtag Facebook Live und streamt direkt aus Fraktionssitzung oder übertragt Live-Interviews mit Abgeordneten und Vorsitzenden.

Die beiden Pressesprecher Pascal Ziehm und Christian Fischer darf man da ruhig als Social Pionieers bezeichnen, denn sie ermöglichen einen ungefilterten und authentischen Blick hinter die Kulissen und das ist genau das, was oftmals fehlt. Politik und politische Entscheidungen werden sehr gern als Diktat einer einzelnen Person wahrgenommen: Die Merkel wars. Dass an Entscheidungen aber immer viele Angeordnete mitgestalten und darüber lang und breit diskutiert wird, diese Erkenntnis fehlt meistens. Auch die Vorstellung, wie Politik gemacht wird und das Verständnis für Demokratie sind oftmals arg verquer und können über solche Formate und ein gesundes Maß an Authentizität und Offenheit korrigiert werden.

Der Weg ist beschwerlich und sicherlich stehen deutsche Politiker gerade am Beginn der kommunikativen Entwicklung im Netz, aber das Potential ist da und muss genutzt werden.

V. „Befreiungstechnologie“ – Kann Social Media wirklich helfen, Demokratie zu schaffen?

Der arabische Frühling hat gezeigt, wozu soziale Medien im Stande sind. Proteste und Regierungskritische Diskussionen konnten sich nur im virtuellen und nicht kontrollieren Raum der Social Media entfalten. Der Staat hat hier keine Deutungshoheit, sondern die liegt bei jedem Einzelnen. Die entstandenen virtuellen Parallelwelten dienten zum Austausch von Informationen und auch der Motivation, weiterzumachen. Allerdings erkennt man hier auch schnell die Grenzen der Technologie, denn nicht jedem standen und stehen Zugänge zu Twitter und Facebook zur Verfügung. Daher muss nach wie vor oft auf eher klassischen Kanäle wie SMS oder Telefon ausgewichen werden.

Aber ohne diese Alternativen wäre es kaum möglich gewesen, demokratische Strukturen zu schaffen und zu ermöglichen.


Diese Gedanken bildeten nun am Abend des Freiraums die Grundlage für die Diskussion mit Konstantin von Notz, uns und dem Publikum. Es war schön, dann auch so viele Zuhörer zu sehen, die auch die Chance genutzt haben, Fragen zu stellen und mitzureden. Bleibt nur zu sagen, dass es auch für mich eine neue Erfahrung war und ich dann mit einem guten Gefühl wieder nach Hause gefahren bin. Wenn weiter über diese Themen gesprochen wird, dann wird sich auch die Diskussionskultur wieder stabilisieren und dann kann auch endlich Social Media seinen Beitrag für die Demokratie leisten, da bin ich mir sicher.

Freiraum Dresden - Politik und Demokratie im Social Web

 

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