Was für eine Farce! Das war das erste, was ich gedacht habe, als ich von dem Hashtag-Verbot #RIO2016 seitens des IOC gelesen habe. Jetzt wollen die schon in die normalen Mechanismen des Social Web eingreifen und die Kommunikation regulieren. Olympia wird immer kommerzieller und anmaßender, wo bleibt der olympische Gedanke? Das waren meine und sicherlich auch die Gedanken vieler anderer. Doch nachdem sich die erste Aufregung gelegt hat, habe ich mir die Beiträge und Stellungnahmen dazu einmal gründlich vorgenommen, unter anderem die des Munich Digital Institute, Internet-Law oder auch Netzpolitik.org.

Zusammengefasst kann man sagen:

Unternehmen müssen höllisch aufpassen, während private Nutzer keine Probleme bekommen sollten.

 

Denn die rechtliche Einschätzung ist eindeutig:

Das gilt nach § 3 aber nur dann, wenn damit für Waren oder Dienstleistungen oder ein Unternehmen geworben wird. Wer den Hashtag also zu Zwecken der Berichterstattung oder ohne geschäftlichen Hintergrund verwendet, kann keinesfalls mit einem Verbot belegt werden. (Internet-Law, Beitrag vom 29.07.16)

Das bedeutet also für Unternehmen, dass sie genau aufpassen müssen, in welchem Zusammenhang sie den Hashtag #RIO2016 verwenden. Wenn es im Sinne eines Gewinnspiels oder anderweitiger Werbung geschieht, könnten sie sich damit aufs Glatteis begeben. Ist es allenfalls berichtend über einen Wettkampf im Rahmen der normalen Social Media Kommunikation, sollte es keine Probleme geben. Ich betone das sollte, weil in Deutschland, nach allem was ich gelesen habe, die Rechtslage in Bezug auf den Schutz eines Hashtags nicht eindeutig zu sein scheint (aber ich bin ja auch kein Anwalt).

Für jeden privaten Nutzer sind diese Streitigkeiten belanglos, wenn der Hashtag Bestandteil der normalen berichtenden Kommunikation ist.

Alles andere wäre auch unglaublich idiotisch vom IOC!

Denn Olympia lebt auch von den sozialen Medien, von den Diskussion, Posts und Tweets, die sich im Social Web rasend schnell und mit hoher Reichweite verbreiten. Das macht es doch aus, dass man sich über das Sportereignis austauscht. Der olympische Gedanke lebt auch im web: Dabeisein ist alles. 

Schlussendlich bringt es dieses Résumè auch auf den Punkt:

Letztlich sind IOC wie Sponsoren auf eines angewiesen: Die Akzeptanz und massive Verbreitung des Events durch Medien und Zuschauer. Ohne sie wären die Olympischen Spiele möglicherweise immer noch DAS Sportevent – aber ganz sicher nicht DAS Marketing-Event. (Munich Digital Institue, Beitrag vom 02.08.16)

Fazit: Für Unternehmen (Nicht-Sponsoren) durchaus eine kleine Gratwanderung, für Privat-Personen völlig unkritisch!

#RIO2016 – der Skandal um einen Hashtag und Olympia

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