Hängen lassen und den Kopf in den Sand stecken ist da keine Option. Jetzt heißt es, nach vorn schauen und “angreifen”. Da ich selbst bis quasi Anfang Mai in der Position des Suchenden war, weiß ich gut, wovon ich spreche und vielleicht hilft dieser Artikel ja dem ein oder anderen, seine eigenen Bemühungen etwas zu optimieren. Auch wenn diese Tipps sicherlich sehr subjektiv und nicht unbedingt verallgemeinerbar sind, kann der eine oder andere für sich vielleicht etwas daraus ableiten.

1. Das Netz spielt auch für Personaler eine immer wichtigere Rolle – also macht Euch sichtbar!

Was für Unternehmen gilt, gilt natürlich auch für Bewerber. Wenn ich mich um eine Stelle bewerbe, die auch nur im entferntesten etwas mit dem Internet zu tun hat, dann muss ich natürlich auch zeigen, dass ich mich damit auskenne und nicht nach jedem Login erstaunt frage: “bin ich schon drin?”. Also Profile angelegt oder noch besser, auf Vordermann gebracht.

Als erstes sei da XING zu nennen. Im einfachsten Falle kostenlos und mit vielen Features versehen, kann ich mich dort richtig in Szene setzen. Auf XING ist es wie auf ebay, je besser die Beschreibung, desto eher werde ich gefunden:

  • Ich suche…
  • Ich biete…
  • Ich kann…
  • Ich habe schon…

Dabei gilt, nicht zu sehr auf den Putz hauen, aber auch nicht unter Wert verkaufen. Wenn ich weiß, wohin ich will, kann ich mich auch in relevanten Gruppen mit Beiträgen einbringen und zeigen, wovon ich rede.

Als nächstes empfehle ich Euch about.me. Hier kann ich mir schnell und einfach eine eigene Webvisitenkarte anlegen und diese von überall her referenzieren. Als E-Mail-Signatur eignet sich so etwas natürlich auch hervorragend!

Je nachdem, welchen Professionalisierungsgrad man anstrebt, können Google+ und Twitter ebenso unterstützen. Sind die Profile mit den entsprechenden Suchbegriffen ausgestattet, im besten Falle auch per #Hashtag vertagged, wissen die Besucher, woran sie bei mir sind. Wenn auf anderen Seiten Beiträge oder Zitate von mir zu finden sind, dann lohnt es sich natürlich, die auch mit zu verlinken, denn in einem Lebenslauf hat so etwas selten den richtigen Platz. So gewinnt jeder recht schnell einen umfassen Eindruck von mir, der weit über das hinausgeht, was in Lebenslauf und Zeugnissen zu finden ist.

2. Nicht die Hände in den Schoss legen – Eigeninitiative zeigen

Jetzt komme ich zu meinem Lieblingsthema – dem eigenen Blog. Wer sich in der Marketing,- Kommunikations und/oder -Consulting-Branche etablieren möchte, der muss auch zeigen, dass er das 1×1 des Kommunizierens beherrscht. Dabei meine ich jetzt nicht, dass man den aktuellen Status der Jobsuche so exzessiv promoted wie beispielsweise die Punktefrau oder Mike Schnoor, wobei diese Art der Selbstdarstellung noch nicht ganz so alt und daher noch recht “viral” ist. Ich meine vielmehr, dass man im eigenen Blog zeigt, wofür man sich interessiert, was Arbeitgeber von einem erwarten können und welche Meinung man zu bestimmten Themen hat. Mein persönlicher Best Practice Case (cool, jetzt habe ich sogar einen eigenen *g*), ist der Weg, wie ich mit meinem neuen Arbeitgeber Communardo zusammengekommen bin. Als langjähriger Social Media Mensch interessiere ich mich nicht nur für den externen Einsatz von Social Media durch Unternehmen sondern auch dafür, wie diese Mechaniken intern angewendet werden können. Dafür gibt es auch ein bis zwei Fachbegriffe (oder auch Buzzwords): Enterprise2.0 bzw. Social Business.

Wie es der Zufall wollte, brachte der BVDW (Bundesverband für digitale Wirtschaft) Anfang April einen Leitfaden zum Thema Social Software heraus. Zudem wurden auch einige Studien veröffentlicht, die mich auf die Idee brachten, einen Beitrag zu schreiben, indem ich aber mehr auf die menschliche Seite dieser Technologie eingehen wollte, weniger auf das Technische. Da Communardo einer der wenigen deutschen Dienstleister mit Spezialisierung auf Enterprise2.0 und einem eigenen Tool “Communote” ist, sie zudem auch noch das MobileCamp als Sponsor unterstützen, habe ich ganz einfach den CEO Dirk Röhrborn für ein kleines Interview angefragt. Dieses Interview war dann der Auslöser für ein weiteres Kennenlernen und intensivere Gespräche.

Diese Eigeninitiative ist es, die meiner Meinung nach Unternehmen zunehmend zu schätzen wissen. Damit eröffnen sich für den Suchenden auch völlig neue Kommunikationswege, die parallel zum Standard-Bewerbungsprozess existieren, beispielsweise über XING-Kontakte, Twitter-Follower oder Blog-Abonnenten.

Das Beispiel lässt sich zudem auf viele verschiedene Szenarien adaptieren – ob es nun Jobmessen sind, Praktika, Probearbeiten, ehrenamtliche Tätigkeiten oder das erste grobe Konzept – das wichtigste, man macht etwas und zeigt damit Engagement.

Und da ich auf Facebook schon danach gefragt wurde, was ich denn nun mache – hier ist nun die Antwort: Social Media Consultant mit Schwerpunkt Marketing und Sales für Communardo – eine Aufgabe, auf die ich mich ungemein freue!

Danke queo

Abschließend möchte ich auch einmal Danke sagen, denn ich habe bei queo wunderbare Menschen kennengelernt. Dieses ungemein sympathische Miteinander ist sicherlich nicht in jeder Firma selbstverständlich. Ich habe viel dazugelernt und sage nun mit einem kleinen Tränchen im Auge bye bye.

Job verloren? Kopf hoch, es geht weiter!

Jan Pötzscher


Speaker, Blogger, Dozent / Social Media Nerd seit 2006 / Experte für Online Marketing, SEO und Social PR


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