Content Marketing

Wer sich im Netz erfolgreich mit seinen Inhalten, Leistungen und Produkten platzieren will, der kommt nicht umhin, sich mit dem Thema Content Marketing zu befassen. Man könnte zwar meinen, dass der Begriff eine Erfindung findiger Agenturen ist, die sich damit eine goldene Nase verdienen – so oft, wie das Buzzword mittlerweile bemüht wurde und wird. Aber aller Euphorie und allem Hype zum Trotz ist die Vermarktung der eigenen Inhalte elementere Bestandteil der Kommunikation und des Marketing. Da beißt die Maus keinen Faden ab.

Doch wer nun denkt, dass es mit ein paar Beiträgen getan ist und alle sind glücklich, der irrt gewaltig. Man braucht einen langen Atem und viel Engagement, um erfolgreich zu sein. Und mit erfolgreich meine ich, dass über die im Netz platzierten Inhalte dann auch messbare Erfolge zu verzeichnen sind: Kontakte, Leads, Klicks, Reichweite, Abonnenten … was auch immer. Daher kann ich nur davor warnen, Content Marketing als Kampagne zu betrachten, die einen festen Beginn und ein festes Ende hat. Content Marketing muss permanent betrieben werden, damit man die Auswirkungen im Unternehmen auch spürt.

Hier nun ein paar Tipps, wie man an das Thema herangeht.

Zuhören und die Perspektive wechseln

Dass Nutzer nicht mehr auf die klassischen Marketing-Botschaften erpicht sind, ist kein Geheimnis. Dass es aber nicht darauf ankommt, was der Nutzer im Sinne des Unternehmen sehen und lesen sollte, sondern dass der Nutzer die Themen bestimmt, ist für manche immer noch unbegreiflich. Der Wurm muss dem Fisch schmecken und nicht dem Angler. Diese alte Bauernweisheit hat bei Content Marketing mehr Relevanz als je zuvor. Und hier sind wir schon beim Thema. Relevanz. Google und auch Social Networks wie Facebook versuchen immer mehr, anhand von Nutzerprofilen, Suchanfragen und Nutzerverhalten zu erkennen, welche Inhalte für den Fragenden/Suchenden tatsächlich “relevant” sind. Es wäre schön, wenn es immer noch auf das exakte Keyword ankommt, nach welchem der Nutzer sucht, um passgenau den Beitrag mit dem richtigen Keyword als Ergebnis der Suche anzuzeigen. Dem ist aber schon länger nicht mehr so. Spätestens seit dem Hummingbird-Update von Google kommt es auch die semantische Bedeutung von Inhalten an und darauf, ob sie zum gemeinten Thema seitens des Nutzers passen. Kurzum – ich muss als Redakteur wissen, was die Nutzer meinen, wenn sie etwas suchen und darauf abgestimmte Inhalte abliefern. Das kann soweit gehen, dass im Blogpost bspw. gar keine eigenen Leistungen im Vordergrund stehen, sondern ein Problem, zu dem ein Nutzer eine Lösung sucht.

Wenn ich nicht zuhöre, dann weiß ich natürlich nicht, was gerade im Kopf des Nutzers herumgeistert. Aber wenn ich zuhöre, kann ich meine redaktionellen Aktivitäten darauf abstimmen. Den Themenplan bestimmt somit nicht mehr die Marketingabteilung oder Geschäftsleitung, sondern den bestimmen die Nutzer.

Marketing kommt von Vermarkten und zwar dort, wo meine Zielgruppe unterwegs ist

“My home is my castle”, dass sollte allen Unkenrufen zum Trotz auch zukünftig gelten. Ich halte die Vorstellung, dass sich 2020 alles auf Content-Plattformen wie Medium, LinkedIn Pulse oder Instagram Stories abspielt, für beängstigend. Denn dann begibt man sich vollständig in die Hände solcher Drittanbieter und ist ihnen auf Gedei und Verderb ausgeliefert. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass die eigene Website und der eigene Blog das Zentrum jeglicher Content Maßnahmen sein müssen. Denn nur hier kann ich dann auch mit dem Nutzer arbeiten, ihn soweit interessieren und motivieren, dass er bereit ist, zu einem Kontakt zu konvertieren. Allerdings entbindet das die Unternehmen nicht der Pflicht, die Inhalte dort zu vermarkten, wo die potentielle Zielgruppe gewöhnlich aktiv ist. Ein Blogbeitrag muss zwingend immer im Netz geteilt werden. Eine Website braucht für die einzelnen Inhaltsseiten die Möglichkeit, zu teilen (Sharing Buttons).

Dabei muss man immer vor Augen haben, dass Nutzer nur ein begrenztes Aufnahmevermögen haben und dass Informationen in jeder Sekunde in Hülle und Fülle bei jedem Einzelnen anliegen. Ich habe als Redakteur also nur wenig Zeit und wenig Platz, mich bei einem Interessenten in Szene zu setzen. Daher braucht es ansprechende Teasertexte, eindrucksvolle Bilder und unterstützende Videos, um die eigentlichen Inhaltsseiten wirkungsvoll zu teasern. Nicht vergessen darf man auch, dass bei einem Share eines Blogposts über Twitter seitens eines Lesers dann auch die richtigen Teaserteyxte, Hashtags und Vorschaubilder angezeigt werden. Um bei WordPress zu bleiben, hier hilft das SEO Plugin von Yoast in jeglicher Hinsicht. Dort kann ich zu jeder Inhaltsseite das Teaserbild für Facebook, Twitter oder Google+ einstellen. Ich kann den Vorschautext einstellen und auch, welcher Account im Tweet vertagged und welcher Hashtag gesetzt werden soll.

Content ist nicht nur Text

Inhalte können auf verschiedenste Art aufbereitet werden, je nachdem, wenn ich damit erreichen will. Text ist immer noch die verbreitetste Form. Bilder und Grafiken, Videos, Live Streams, Podcasts, Whitepaper, Studien – das Spektrum ist groß. Vor allem auch Vidcasts und Podcasts erfreuen sich wieder eine größeren Beliebtheit, denn sie sind leicht zu konsumieren. Man stelle sich einfach vor, der Nutzer sitzt früh in der Straßenbahn und fährt zu Arbeit. Es wackelt und ruckelt und er mag nicht, dass die neben ihm sitzende Person bei ihm mit liest. Da ist es doch viel eleganter, sich den Kopfhörer aufzusetzen und sich etwas von einer angenehmen Erzählerstimme vorlesen und erzählen zu lassen. Als Beispiel sei hier der äußerst beliebte Podcast von Jan Böhmermann und Oli Schulz auf Spotify genannt.

Hier ist Kreativität Trumpf und eine geschickte Vernetzung der einzelnen Formate wichtig.

Messen, optimieren, Rückschlüsse ziehen

Nach dem Post ist vor dem Post. Doch um hier wirklich effektiv und am Puls der Netzwelt zu agieren, muss ich jeden Post auf seine Wirkung hin überprüfen.

  • Habe ich die richtige Zielgruppe erreicht?
  • Ist der gewünschte Effekt eingetreten?
  • Gab es Resonanz und Interaktionen im Netz?

Diverse Monitoring-Tools helfen hier enorm und auch die internen Tracking-Tools von Facebook und Twitter geben jede Menge Informationen zurück, die ich nutzen muss, um immer besser und damit erfolgreicher zu werden.

Call to Action – dem Nutzer Optionen aufzeigen

Ein Marktschreier verteilt in der ersten Runde Geschenke an sein Publikum, um dann die guten und teuren Produkte zu verkaufen. Genauso muss es auch der Content Marketeer machen. Ein Blogpost liefert Informationen und wertvolle Inhalte an die Leser, kostenfrei und optimal aufbereitet. Doch wenn er damit die erste Aufmerksamkeit gewonnen und das erste Interesse geweckt hat, muss er dem Leser dann auch weitere Möglichkeiten offerieren, wie es nach dem Lesen des Beitrags weitergehen kann. Das können weitere Beiträge sein (“Das könnte Sie auch interessieren”), der Download eines Whitepapers gegen Freigabe von Kontaktdaten, die Anmeldung zu einem Webinar oder auch Aktionsangebote oder Promo-Codes für ein Event.

Ein Beitrag ohne Call to Action ist vergeudete Zeit und schon fast fahrlässig. Auch aus SEO-Sicht sind weiterführende Links wichtig, denn jeder Klick erhöht die Verweildauer, verringert die Absprungrate und wird daher als Metrik für die Wichtigkeit und Wertigkeit des Inhaltes seitens der Suchmaschine gewertet.

Also bietet euren Lesern Optionen an, die sie auf eurer Seite halten und mit denen sie weiter interagieren können.

Und nun das Beste zum Schluss: Dass alles muss immer konsequent nachhaltig geschehen. Einmalige Aktionen bringen gar nichts, die kann man sich sparen.

Content Marketing
Quelle:
Luis Osorio https://www.seofreelancer.pt/
https://www.flickr.com/photos/138590446@N07/24157080761/
https://www.flickr.com/photos/138590446@N07/
CC BY-SA 2.0
Content Marketing ist kein One Night Stand – hier braucht man Stehvermögen

Beitragsnavigation


2 Gedanken zu „Content Marketing ist kein One Night Stand – hier braucht man Stehvermögen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.