Blogparaden sind eine interessante und kurzweilige Form, zu einem Thema viele Stimmungen und Meinungen zu bekommen. Robert Weller hat solch eine Parade nun ausgerufen, die sich damit beschäftigen soll, ob ich bereit bin, für Content in Blogs Geld zu bezahlen. Nun gibt es schon länger die Möglichkeit, Blogs und Blogger, z.B. via flattr, finanziell zu unterstützen, indem man gute Artikel einfach entlohnt. Dabei spielt die Summe keine Rolle, sondern es ist mehr die Geste, die im Vordergrund steht. Einige Blogs haben damit wohl auch schon etwas Geld verdient, aber reich wird man damit sicherlich nicht.

Wobei wir bei der Frage wären, ob ich blogge, um Geld zu verdienen?

Nein, das tue ich nicht. Bloggen ist für mich eine Form, mich auszudrücken, auf mich aufmerksam zu machen, Dinge zu hinterfragen und zu informieren. Ich tue das aus freien Stücken und weil es mir Spaß macht. Ich mache das in meiner Freizeit und bin komplett unabhängig von irgendwelchen Gönnern oder Geldgebern. Für mich ist die beste Entlohnung die, wenn meine Beiträge im web geteilt werden. Daher möchte ich auch gar nicht für meine Beiträge bezahlt werden, weil ich dann immer das Gefühl hätte, etwas schuldig zu sein.

Womit wir bei nächsten Frage wäre, welche Form denn die Entlohnung haben sollte?

Robert spricht in seinem Beitrag von Monetarisierung. Das ist natürlich eine Variante. Ich finde jedoch, dass Interaktionen ungleich wertvoller sind – eigentlich sogar unbezahlbar. Denn über Interaktionen werde ich sichtbarer und damit bekommt meine Stimme auch mehr Gewicht. Je nachdem, welche Ziele man mit dem Blog verfolgt, kann das sehr viel wertvoller sein als eine Spende von ein paar Euro.  Solange ich keine Kosten für den Betrieb meines Blogs habe und die hat man im besten Falle nicht oder kaum, muss man auch keine ROI-Rechnung aufmachen. Der Return on Investment liegt für mich im “Gelesen werden”.

Damit kommen wir zur 100.000€ Frage – würde ich für Blog-Content bezahlen?

Nein. Zumindest kein Geld. Ich würde jedoch – und das mache ich auch sehr gern – mit meinem Netzwerk bezahlen, indem ich Beiträge teile, sie kommentiere, sie like. Bei mittlerweile über 1.500 Kontakten bei Twitter, XING und G+ (Facebook nicht eingerechnet) glaube ich schon, dass ein Share von mir einigen Wert hat (ohne mir jetzt zu sehr auf die Schulter zu klopfen) und damit dem Blogger weit mehr bringt, als eine kleine Geldspende.

Das mögen andere sicherlich anders sehen, aber das schöne an einem eigenen Blog ist die komplette und vollständige Meinungsfreiheit :-)

Blogparade: Würde ich für Webinhalte Geld bezahlen? (Stichwort: Paid Content)

Jan Pötzscher


Speaker, Blogger, Dozent / Social Media Nerd seit 2006 / Experte für Online Marketing, SEO und Social PR


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3 Gedanken zu „Blogparade: Würde ich für Webinhalte Geld bezahlen? (Stichwort: Paid Content)

  1. Hey Jan,
    ich glaube bei deinem Netzwerk kannst du dir schon mal auf die Schulter klopfen ;-)

    Ich verstehe und teile deine Ansicht, vor allem Kommentare sind für mich unbezahlbar und ich freue mich jedes Mal, wenn ich einen neuen erhalte. Und wenn du die Reichweite und v.a. Bekanntheit ansprichst, dann hast du natürlich völlig Recht, dass sich daraus auch mehr entwickeln kann. Bei mir hat sich mehr draus entwickelt, Näheres aber erst bald in meinem Blog ;-)

    Danke nochmals, toller Beitrag!

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