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Irgendwie bin ich sauer. Sauer, weil die Mopo24 und der ElbePark uns Nutzer irgendwie für dumm verkaufen wollten. Und zwar mit dieser obskuren Aktion „Werde Blogger“. Dort wurde ein Blogger oder eine Bloggerin via Casting gesucht:

MOPO24 und der ElbePark Dresden suchen einen Blogger oder eine Bloggerin! Du liebst Mode und Lifestyle und hast keine Scheu vor der Kamera zu stehen? Dann haben wir einen Job für Dich, 400 Euro monatlich, einen eigenen Laptop, eine Kamera und ein Handy.
(Quelle: Facebook)

Das ist ja an und für sich erst einmal nichts Schlechtes – im Gegenteil. Es ist die Chance für jemanden, sich ein paar Euro dazuzuverdienen und mit seiner Leidenschaft für Mode und Fashion etwas Sinnvolles zu machen. Und für mich klingt das danach, dass man das Gesicht eines bereits konzeptionierten Blogs wird und die Aufgabe hat, Content zu produzieren. Soweit so gut.

ABER jetzt wird es so dargestellt, als ob die auserkorene Gewinnerin Romina mit ihrem eigenen Blog startet.

„Ich wollte schon immer Bloggerin werden. Nur leider haben mir bisher die Möglichkeiten und auch der Mut gefehlt“, erklärt die 27-jährige Dresdnerin. Nun hat sie, wie wir in unserem Aufruf auf WerdeBlogger versprochen haben, alle Voraussetzungen: einen eigenen Blog, eine Kamera und ein neues MacBook.

Ihren Blog findet Ihr auf trendsforfriends-elbepark.de mit dem Namen „Le Chic Opulence“.
(Quelle: mopo24.de)

Und genau hier muss ich einhaken, denn sie hat nicht ihren eigenen Blog, sondern ist das Gesicht des Blogs vom Elbe Park Dresden. Daher hätte die Aktion eigentlich auch eher lauten sollen:

Werde das Gesicht des Modeblogs auf TrendsForFriends vom Elbe Park Dresden

Ich glaube, die Initiatoren haben eines ganz erheblich durcheinandergebracht. Es gibt Blogs, die als Online Tagebücher fungieren und von privaten Personen aus einer Leidenschaft heraus betrieben werden. Und es gibt Unternehmensblogs (Corporate Blogs), deren Intention eher vertrieblicher oder marketingtechnischer Natur ist und die vom Unternehmen über Redakteure betrieben werden. Beides ist absolut in Ordnung, rechtlich sauber und nicht zu beanstanden.

Man darf beides aber auch nicht mischen und zwar aus zwei Gründen:

  • Ein privater Blog lebt von seinem Blogger, der Authentizität, der Persönlichkeit, dem Stil und der Leidenschaft, mit der er betrieben wird. Inhalte, die nicht extra gekennzeichnet sind, entsprechen der persönlichen Meinung des Autors und sind daher auch keine Werbung, sondern Meinungsäußerung.
  • Ein Unternehmensblog lebt auch von dem oder den Autoren, hat aber ganz andere Ziele. Die Autoren können in der Regel ihre eigene Meinung posten, machen jedoch mit ihren Beiträgen auch für das Unternehmen Werbung. Diese muss, da es sich um einen Unternehmensblog handelt, nicht extra gekennzeichnet werden.

Wenn ich aber auf meinem privaten Blog für ein Produkt Werbung mache und dafür bezahlt werde, dann muss ich das kennzeichnen. Andernfalls handelt es sich um Schleichwerbung. Wenn ich jedoch beispielsweise ein Produkt zum Testen geschickt bekomme, ohne eine damit verbundene Aufforderung, darüber positiv zu berichten, brauche ich meine eigene Meinung nicht extra kennzeichnen. Ich weiß, dass ist ein schmaler Pfad, aber eigentlich ganz einfach. Werde ich für meine Meinung bezahlt, ist es Werbung. Wenn nicht, ist es meine freie Meinung.

So und genau hier sehe ich das Problem bei der Aktion vom Elbe Park und der Mopo. Eigentlich wurde ein Blogger gesucht, der für seine Arbeit bezahlt wird. Der Blog ist auf der Website von trendsforfriends-elbepark.de in die mittlere Spalte von dreien gequetscht, hat also auch keine eigene Domain und ist demnach für meine Begriffe ein klassischer Corporate Blog. Dargestellt wird es aber so, als ob Romina ihren eigenen Blog innerhalb der Website des Elbe Parks betreibt.  Da komm ich grad nicht mehr mit.

Andere offenbar auch nicht, gern nachzulesen in den Kommentaren zum Facebook-Post von Kathrin Mysers.

Auf die eher dilettantische Platzierung des Blogs ohne eigenen Charme, Esprit und Ausstrahlung möchte ich hier eigentlich gar nicht eingehen. Wie ein guter Fashion-Blog aussehen sollte, kann man an den durchaus erfolgreichen und populären Dresdner Blogs wie kleinstadtcarrie.net oder mister-matthew.de sehen. Selbst der Corporate Blog FashionDesignDresden.de vom City Management Dresden wirkt schon rein optisch um ein Vielfaches besser.

Irgendwie passt das alles nicht zusammen und die Art und Weise, wie hier versucht wurde, einen neuen Corporate Blog zu lancieren, macht mich schon ein wenig sauer. Nutzer lassen sich eben nicht für dumm verkaufen!