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Weil wir bei allem, was wir online tun, beobachtet, gescannt und getrackt werden. Das Internet ist eine riesige, gierige und unbarmherzige Datenkrake. Sie bietet den Menschen viel Komfort und Unmengen an Informationen. Aber nichts auf dieser Welt ist umsonst. Deshalb muss jeder dafür bezahlen. Nicht mit Geld, sondern mit seinen Daten. Das Netz ist eine großer Info-Flohmarkt. Will Du meine Infos, gib Du mir Deine Daten

Cookies, IP-Adresse, Nutzer-IDs, Metadaten, Geodaten …. die Spuren, die wir im Netz hinterlassen, sind nicht nur groß, es sind ihrer auch viele.

Der Glaeserne Mensch

Online Shops, Social Networks, Newsportale, Gaming-Seiten … alle wollen unsere Daten, denn Daten sind bares Geld in der Werbe-Maschinerie. Mit Informationen über mich kann ich von Werbetreibenden gezielter angesprochen werden. Angebote bekomme ich dann, wann und wo ich sie brauchen könnte. Die Conversions steigen und damit der Umsatz.

Bringt es nun also etwas, sich von Facebook abzumelden?

Nein. Denn….

  1. ich kann meinen Account nur deaktivieren und nicht löschen (der wird dann erst nach einigen Monaten gelöscht oder auf speziellen Antrag hin)
  2. Facebook hat meinen Rechner sowieso schon mit Cookies infiziert (die ich natürlich löschen kann und auch immer mal löschen sollte)
  3. Facebook trackt über den Like-Button auf jeder Seite trotzdem fleißig weiter
  4. Facebook ist nur ein Tröpfchen von Vielen im Datensammelbecken
  5. dann müsste ich auch fast alle Apps auf dem Smartphone deinstallieren
  6. dann dürfte ich mich auch nicht mehr ins Internet oder ein Mobilfunknetz einwählen

Hat sich jemand schon einmal mit den Datenverwendungs- und Cookie-Richtlinien von amazon oder zalando beschäftigt? Das solltet ihr aber, wenn ihr dort einkauft.

Ist das Sammeln von Daten zu Werbezwecken immer schlecht?

Das liegt immer im Auge des Betrachters. Es ist für meine Begriffe sicherlich manchmal etwas unheimlich, aber nicht gleich schlecht oder böse. Bei Amazon freuen wir uns, wenn wir auf Produkte hingewiesen werden, die andere gekauft haben. Wenn ich meinen Camping-Urlaub online buchen will, freue ich mich, wenn ich ein Sonder-Angebot von Globetrotter sehe. Ich will auf der anderen Seite in meinem Alter keine Werbung für Rheuma-Decken sehen und wenn ich eine Auto gekauft habe, brauche ich zwei Wochen später nicht noch ein Zweites. Da nerven dann irrelevante Anzeigen eher.

Blinde Paranoia oder Panikmache sind für meine Begriffe vollkommen fehl am Platze. Es ist nicht immer etwas schlecht, nur weil man es nicht sofort versteht.

Kann ich das Sammeln meiner persönlichen Daten beschränken?

Es gibt Mittel und Wege, wie man es vermeidet, zu viel über sich preis zugeben.

  1. Cookies und Browserverlauf regelmäßig löschen
  2. Nur so viele persönliche Daten preisgeben, wie unbedingt nötig
  3. Sich Datenschutzbedingungen und Datenverwendungsrichtlinien auch einmal durchlesen und ggf. Einstellmöglichkeiten nutzen
  4. Nicht jede Website blindlings besuchen oder jede App ohne zu hinterfragen installieren
  5. Surfen im privaten Browser-Modus, bspw. im Firefox
  6. GPS-Lokalisierung deaktivieren und auch nicht an jedem Ort einchecken
  7. aktuelle Viren- und Security-Programme nutzen
  8. Cloud Dienst genau auf Sicherheitslücken prüfen
  9. Suchprofil auf Google prüfen und ggf. deaktivieren
  10. Standortinformationen in sozialen Netzwerken deaktivieren

Wenn man im Netz unterwegs ist, wird man das Sammeln der persönlichen Daten nie komplett verhindern können. Man kann aber in begrenztem Umfang Einfluss darauf nehmen, was von mir selbst gesammelt wird.